#79 – Kindergarten of Joy – Von M wie Morgenläufe bis Z wie Zahn ziehen lassen

Und so schnell geht’s! Hier der zweite und letzte Teil der A-Z-Serie so vieler Dinge, die ich in drei Wochen Kindergarden of Joy erlebt habe.

M… wie: MORGENLÄUFE

Seit ich auf Reisen bin, bin ich alles andere als sportlich. Alles, was ich mir im letzten Jahr erarbeitet habe ist dahin. Ausdauer weg. Kraft weg. Trotzdem schaffe ich es mich zwischendurch immer wieder für einen Lauf zu motivieren. In Mafinga ist es ganz schön hügelig und ich schnaufe aus dem sprichwörtlich „letzten Loch“.

Wenn ich um 7 Uhr aus dem Kindergarten-Tor laufe, ist schon jede Menge los auf den Straßen. Viele Motorrad-Fahrer, die Menschen zur Arbeit und Kinder in die Schule bringen, Frauen, die am Straßenrand Mandasi verkaufen, gelbe Schulbusse, Frauen mit Babies am Rücken. Ich werde angestarrt wie eine Außerirdische. Für die Menschen hier bin ich sowas auch irgendwie. Nicht genug, dass ich weiß bin. Und nicht genug, dass ich laufe. Die Kombination können viele offenbar nicht fassen… 😉

Hin und wieder überwindet sich aber doch jemand zum Grüßen oder Winken. Ein paar wenige zeigen mir den Daumen nach oben oder rufen mir „Good Morning!“ zu. Einmal ernte ich sogar ein „Come on!“, während mir bei einem Bergauf-Stück gerade die Puste ausgeht.

Auch die Kinder, die sonst extrem freundlich sind und immer winken, starren mich mit großen Augen an. Als ich bei einer ganzen Schar vorbeilaufe, kann ich plötzlich in meinem Augenwinkel sehen, dass ein Mädchen neben mir herläuft. Und dann sehe ich noch eines. Ich drehe mich um und: da rennen plötzlich sicher 10 Kinder hinter mir her. Zwei Jungs überholen mich und sind für die kommenden 500 Meter meine Pacemaker. Eigentlich wollte ich schon längst umdrehen, aber das macht einfach zu viel Spaß…! 🙂 Bei der Schule biegen die Kinder ab und ein paar lassen sich sogar noch zum Winken verleiten.

S… wie: SHOPPING

Sicher jeden zweiten Tag machen wir uns zu Fuß ca. 30 Minuten auf den Weg in die Stadt. Geshoppt wird frisches Obst und Gemüse auf dem Markt, andere Dinge in einem „Tante-Emma-Laden“. Supermarkt gibt es hier keinen. Die Preise am Markt sind extrem günstig, in der Greisslerei sehr europäisch.

Auch wenn ich das eine oder andere aufgrund fehlender Geschäfte vermisse: Wer mich schon ein Stück hier begleitet weiß, dass ich Märkte liebe. Trotz allen Zeitaufwands und aller Anstrengung, genieße ich das Einkaufen daher hier sehr.

… Und wenn wir mal wieder zu viel in unsere Taschen gepackt haben, gönnen wir uns ein Tuktuk zurück zum Kindergarten.

T… wie: We are better TOGETHER

… ist eines der Mottos vom Kindergarden of Joy. Vor allem auf die Zusammenarbeit mit den Volunteers bezogen. Ich für meinen Teil bin auch wirklich froh zufällig mit so lieben anderen Menschen hier gelandet zu sein. Unter so einfachen Bedingungen und auf so engem Raum könnt es ja schnell mal unruhig werden. Wir harmonieren aber alle super und haben eine echt feine Zeit! Die Arbeit wird aufgeteilt, es wird getröstet, zusammen gelacht und geweint, geflucht und philosophiert, erzählt und zugehört. … Und natürlich die Essenszeiten (vor allem in den Ferien und Abends) zusammen zelebriert. 🙂

An dieser Stelle: Danke für alles vor allem an Anna, Ira, Lara und Fabian. Ich hoffe wir sehen uns irgendwo auf der Welt wieder einmal! 🙂

U… wie: Uhuru Torch

„Die Uhuru Torch (= Fackel) wird durch ganz Tansania gereicht und repräsentiert den Präsidenten. Da gibt es immer eine große Feier in der Stadt.“, erzählt uns Albert. Am 14. September ist sie in Mafinga und Albert nimmt uns abends mit.
Es gibt Musik, Tanz und viele Essenstände. Lara probiert Pilau (Reisgericht), was wirklich lecker ist! Und von Albert darf ich echt leckeres Rindfleisch kosten. Anna und ich probieren Mandasi, gebackene Eier und gebackenes Toastbrot. Leider alles kalt und eher abgestanden…

W… wie: WASSER schöpfen

Seit ich hier bin – und noch eine Woche länger – gibt es im Kindergarten kein fließendes Wasser. Wir spülen die Toilette daher mit einem Becher und duschen aus dem Kübel. Alles nicht weiter problematisch… Wenn wir nicht täglich (in Ferienzeiten jeden zweiten Tag) zum Nachbarn gehen müssten und 10 Kübel á 20 Liter Wasser holen müssten.

So anstrengend es auch ist – so sehr freue ich mich Rosie und Anna, die Nachbarinnen, zu sehen und sie zum Lachen zu bringen (ich vermute einfach nur dadurch, dass ich weiß bin… =P). Da sie gerade bauen (Ziegelsteine auf dem Bild selbst gemacht…!), wird nicht nur das Wasser aus der Leitung genommen sondern auch aus dem Brunnen geschöpft und ich darf auch mal probieren. 🙂

Z… wie: Einen ZAHN ziehen lassen

Als Fabian eine Woche nach mir zu uns in die Volunteer-Gruppe stößt, hat er bereits Zahnschmerzen. Er ist seit ein paar Tagen in Tansania, aber dummerweise meldet sich sein Zahn gerade jetzt wieder. Von Tag zu Tag wird es schlimmer und die Nächte werden schlaflos. Er steht vor der Entscheidung nach Hause zu fliegen und auf seine dreimonatige Reise zu verzichten oder es zu wagen und ihn in Mafinga ziehen zu lassen. Leider kann ihm die Entscheidung niemand abnehmen…

Auf mehrere Arztempfehlungen aus der Heimat hin, entscheidet er sich tatsächlich den Übeltäter im Krankenhaus ziehen zu lassen. Ich bewundere ihn mit seinen 20 Jahren für seinen Mut…!

Anna, Albert und ich begleiten ihn und stehen ihm bei. So sehr er beim Ziehen selbst leidet, so glücklich ist er ein paar Minuten danach (siehe Beweisfoto…). Die Ärztin bestätigt: Der musste dringend raus! Jetzt stehen den restlichen 2,5 Monaten Reisen ja nichts mehr im Wege!


HIER GEHT’S ZU DEN ANDEREN BERICHTEN AUS DEM KINDERGARDEN OF JOY

#73 – Kindergarten of Joy – Vom Leben in einer anderen Welt
#74 – Kindergarten of Joy – Von Abschlusstests, Luftballons und Gesichtsmalerein
#75 – Kindergarten of Joy – Ab auf die Baustelle
#76 – Kindergarten of Joy – Von Farbe, Pinsel und kreativen Meisterwerken
#77 – Kindergarten of Joy – Von einem „ganz normalen“ Schultag
#78 – Kindergarten of Joy – Von A wie das Amen im Gebet bis K wie Kleid schneidern lassen
#80 – Kindergarten of Joy – Mein Fazit
#81 – Kindergarten of Joy – Meine Lieblingsfotos

17 Kommentare zu „#79 – Kindergarten of Joy – Von M wie Morgenläufe bis Z wie Zahn ziehen lassen

  1. Also die Fotos vom Markt sind echt der Hammer 😍 die würd ich echt gern mal sehn 🤩

    Und zum Zähne ziehen nochmal… Meinen Respekt… Ich weis nicht ob ich mich das getraut hätte 🙈

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  2. Märkte sind klasse – ich liebe die auch!!! Zahn ziehen ….uuuiiii … Wasser schleppen – das ist deine Fitness Einheit 😅 das joggen zusammen – total witzig !!! 😅 es sind tolle Erlebnisse und Erinnerungen . Liebe Grüße 💕☀️

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  3. Wieder einmal Abenteuer pur. Auch für Fabian!

    Super Körperhaltung beim Brunnen!
    So schöne Haare! So braun (nicht weiß)!

    Ich liebe Märkte auch!

    Wie schmeckt das Fanta in Afrika?

    Großes Bussi!

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    1. Haha – danke! Hab mich sehr bemüht! 🤪

      Für hier SUUUUPERWEISS. Keiner kann es fassen, dass sich ein „Mzungu“ im Dorf befindet! 😅

      Nächstes Date am Naschmarkt?! 😬

      LUSTIG!!!! Dass du nach dem Fanta fragst. Hatte ein „Passionfruit-Fanta“ und fand es viel süsser. Trinke sowas daheim aber kaum. Theresa hat heute eines gekauft und wir haben drüber geredet (deshalb so lustig). Ist viel orangener, aber ich glaub es schmeckt nicht so anders. 🤷🏻‍♀️

      Bussis aus inzwischen Chamanzi/Dar es Salaam

      Liken

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