#78 – Kindergarten of Joy – Von A wie das Amen im Gebet bis K wie Kleid schneidern lassen

Drei Wochen im Kindergarden of Joy in Mafinga, Tansania. Und so unendlich viel erlebt. So unendlich viele Eindrücke reicher. So viele liebe Menschen getroffen. So viele Tränen getrocknet. So viele lachende Gesichter gesehen. Von so viel Kindergekicher angesteckt worden. So oft an meine Grenzen der Geduld gegangen. So viel, auch außerhalb des Kindergartens, probiert, gelernt, gehört, gesehen. … Da ich euch nichts davon unterschlagen möchte, habe ich alles in ein A-Z gepackt. Und hier gibt’s den ersten Teil davon…

A… wie: Das AMEN im Gebet

Esther, die Lehrerin der Baby Class im Kindergarden of Joy, wohnt mit uns im Kindergarten-Gebäude. Sie geht jeden Sonntag Vormittag in die Kirche. An einem dürfen wir uns anschließen und krabbeln dafür am Wochenende um 7:30 Uhr aus dem Bett.

Um 9:00 Uhr sollte es losgehen. Wir sind spät dran und schreiten schnellen Schrittes 20 Minuten zum richtigen Haus. Dort angekommen ist es still, fast niemand ist da. Anna und ich sind verunsichert: „Findet heute überhaupt ein Gottesdienst statt?!“ Esther beruhigt uns: „Ja, ja… Die kommen schon noch.“

Um 09:30 Uhr beginnt eine Rede in Swahili und wir lassen uns berieseln, bevor um 10:00 Uhr der für uns spannendste Teil beginnt: Die Mikrofone werden aufgedreht, einige Menschen nehmen an den Instrumenten Platz und dann wird gesungen und getanzt. Wir können auch nicht mehr stillsitzen, stehen auf und schwanken mit. Die Stimmung ist einmalig. So viel Dynamik, Freude und warm wird uns auch endlich! Vielleicht kommen wir nächste Woche auch nochmal hierher?!

Leider ist um 11:00 Uhr auch schon wieder Schluss damit und die Reden auf Swahili setzen sich fort. Für weitere zwei Stunden. Anna und ich werden von Minute zu Minute ungeduldiger. Die Stimme ist extrem laut und manchmal ein wenig zu aggressiv. Die Idee nächsten Sonntag nochmal zu kommen ist damit verflogen. 😉

Insgesamt eine super Erfahrung und in Erinnerung bleibt die gute Stimmung und tollen Videos.

C… wie: Chocolatebaby

Nach dem sonntäglichen Besuch in der Kirche nimmt uns Esther mit zu ihrer Schwägerin und kleinen Nichte. Erst vor einem Monat ist sie geschlüpft! Wie das meistens hier so ist, sind alle total gastfreundlich, wir bekommen ein leckeres Mittagessen und dürfen das kleine Schokobaby sogar halten.

E… wie: ERDÄPFELPÜREE und Kaiserschmarren

Unser hauptsächlich verzehrtes Essen sind Ugali (ähnlich Polenta, ohne Geschmack), Reis oder (Süß-)Kartoffeln mit Bohnen oder Erbsen. Da muss auch mal Abwechslung her! Und da wir unser heimisches Essen ein wenig vermissen, zaubern wir uns Kaiserschmarren mit Apfelmus und Kartoffelpüree mit Spiegelei und „Green Thing“ (Grünzeug).

F… wie: Ein FRISÖRBESUCH in Afrika

Auf Sansibar bewundere ich Hannas tolle Frisur, die sie sich in einem Salon machen lässt: Geflochtene Zöpfe zu einem Pferdeschwanz – wie die Afrikanerinnen. In Tansania merke ich noch viel stärker wie wichtig das Thema „Haare“ für die Frauen hier ist. Jede sieht anders aus und auf ihre Art wunderschön. Geflochten, hochgesteckt, ein Pferdeschwanz, ganz kurz, viele kleine Zöpfchen,…

Da ich nichts auslassen und alles ausprobieren will beschließe ich: Ich lasse mir auch so etwas machen! Esther begleitet mich in einen Salon und wir versuchen mit Händen und Füßen zu erklären was ich gerne hätte. Schlussendlich bin ich richtig glücklich!

Nach 1,5 Wochen helfen mir meine Volunteer-Kolleginnen und -Kollegen sie aufzumachen.

Und schon Hirsche ich wieder in den Salon! Diesmal lässt sich auch Lara spontan die Haare machen – „like sisters“ stellen die anderen fest. 😉

G… wie: GEBURTSTAGSÜBERRASCHUNG

Am 18. September haben nicht nur mein bester Freund und meine Mama Geburtstag, sondern auch Lara – eine Volunteer. Während sie mich zum Salon begleitet und auch gleich selbst Zöpfe bekommt, bereiten die anderen im Kindergarten alles für das Überraschungs-Abendessen vor. Das Highlight ist eindeutig das Dessert: Aufgeschnittenes frisches Obst mit geschmolzener Schokolade. (Die Melone muss beim Stromausfall mit der Stirnlampe seziert werden…)

Und falls sich jemand die Frage stellt: Ja – wir haben es zusammengegessen! 😉

H… wie: HANDWÄSCHE

Wie zu erwarten, gibt es hier natürlich keine Waschmaschine. Einmal pro Woche wird daher ein Waschtag eingelegt, die Kübel mit (kaltem) Wasser gefüllt und die Wäsche durchgedrückt. Ich schreibe absichtlich durchgedrückt, weil ich – zugegebenermaßen – zu faul bin, um mich stundenlang mit meiner Wäsche zu beschäftigen. Solang das Wasser beim Ausspülen nicht mehr ganz so dunkel ist und die Kleidungsstücke wieder gut riechen, bin ich zufrieden. 😉

K… wie: Ein KLEID schneidern lassen

Anna und ich sind begeistern von den vielen schönen Kleidern, die die Frauen hier tragen. Und von den unendlich vielen wunderschönen Stoffen, die es in der Stadt zu kaufen gibt. Weil wir für jeden Spaß zu haben sind, beschließen wir uns in der Stadt ein Kleid schneidern zu lassen. Der Stoff kostet ca. EUR 10, das Schneidern ca. EUR 4. Verrückt oder?

Das Ergebnis ist nicht 100%-ig wie wir es uns vorgestellt hatten, aber eine schöne Erinnerung ist es allemal. 🙂

Fortsetzung folgt… 🙂


HIER GEHT’S ZU DEN ANDEREN BERICHTEN AUS DEM KINDERGARDEN OF JOY

#73 – Kindergarten of Joy – Vom Leben in einer anderen Welt
#74 – Kindergarten of Joy – Von Abschlusstests, Luftballons und Gesichtsmalerein
#75 – Kindergarten of Joy – Ab auf die Baustelle
#76 – Kindergarten of Joy – Von Farbe, Pinsel und kreativen Meisterwerken
#77 – Kindergarten of Joy – Von einem „ganz normalen“ Schultag
#79 – Kindergarten of Joy – Von M wie Morgenläufe bis Z wie Zahn ziehen lassen
#80 – Kindergarten of Joy – Mein Fazit
#81 – Kindergarten of Joy – Meine Lieblingsfotos#80 – Kindergarden of Joy – Mein Fazit

10 Kommentare zu „#78 – Kindergarten of Joy – Von A wie das Amen im Gebet bis K wie Kleid schneidern lassen

  1. Hallo Anja, wieder soviel neues zum lesen:) Anja was wurde da in deine Haare eingeflochten und warum wird das gemacht? Toll der etwas andere Geburtstagskuchen!!!! Ich freu mich schon dein Kleid in natura zu sehen. Anja ich wünsche dir noch einen guten Sonntag und morgen einen tollen Tag im neuen Kindergarten:) Alles Liebe Erika

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    1. Liebe Erika!
      Es werden Extensions (Haarersatz…?!) eingeflochten. Erstens praktisch, weil ich ja so dünnes Haar habe. Aber vor allem um die ganz kleinen feinen Härchen am Rand mitflechten zu können und sie nicht wild umherstehen. 😉
      Ganz liebe Grüße und danke für deine lieben Zeilen!

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    1. Freue mich sehr, dass du das sagst. Genau diese Mischung wollte ich nämlich. 🙂 Zu bunt und afrikanisch hätte ich zu Hause vermutlich nicht angezogen und zu westlich macht dann auch keinen Sinn.. 😉 Hätte ich nicht erwartet, aber mir gefällt auch ganz gut – obwohl ich mich nur von Fotos kenne und mich noch nicht im Spiegel gesehen hab. =P

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