#81 – Kindergarten of Joy – Meine Lieblingsfotos

So viele schöne Momente wie mir von den drei Wochen Mafinga in Erinnerung bleiben, so wenig habe ich das Gefühl sie wirklich in Worte fassen können. „Man muss es selbst erlebt haben.“, ist unser Fazit nachdem ich mit den anderen Volunteers meine Gedanken teile und es einigen anderen auch so geht.

Trotz alledem: Es gibt einige Lieblingsfotos. Und Bilder sagen ja manchmal mehr als 1.000 Worte. Einige davon konnte ich den letzten Blogbeiträgen schon einbauen. Ein paar kennt ihr noch nicht. Daher ein Beitrag ganz ohne Text, in Stille – einfach nur etwas für’s Auge. Denn das beste kommt schließlich zum Schluss. Und damit ist auch das Thema „Kindergarden of Joy“ abgeschlossen.

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#78 – Kindergarten of Joy – Von A wie das Amen im Gebet bis K wie Kleid schneidern lassen

Drei Wochen im Kindergarden of Joy in Mafinga, Tansania. Und so unendlich viel erlebt. So unendlich viele Eindrücke reicher. So viele liebe Menschen getroffen. So viele Tränen getrocknet. So viele lachende Gesichter gesehen. Von so viel Kindergekicher angesteckt worden. So oft an meine Grenzen der Geduld gegangen. So viel, auch außerhalb des Kindergartens, probiert, gelernt, gehört, gesehen. … Da ich euch nichts davon unterschlagen möchte, habe ich alles in ein A-Z gepackt. Und hier gibt’s den ersten Teil davon…

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#77 – Kindergarten of Joy – Von einem „ganz normalen“ Schultag

Es geht wieder los! Die Ferien sind vorbei und am 16.09. lebt auch der Kindergarden of Joy in Mafinga / Tansania wieder auf. Viele Schulen hier sind Kindergarten und Schule für die Jüngsten in einem. Auch im Kindergarden of Joy gibt es eine Baby-, Middle- und Upper Class. Ich helfe mit den anderen Volunteers hauptsächlich Esther, der Lehrerin, in der Baby Class und unterstütze wo auch immer es gerade passt. Und heute nehme ich euch einen Tag mit…

07:00 Uhr – Karibu / Willkommen

Alle Türen und das Eingangs-Tor werden geöffnet. Im Klassenraum der Baby-Class stellen wir die Tische und Stühle auf. Alles ist bereit für den heutigen Schultag. Noch ist es ruhig – aber nicht mehr lange. In den nächsten Minuten kommen die ersten Kinder. Und innerhalb von ein paar Minuten hängen bereits drei an mir dran. Berührungsängste gibt es hier nicht.

08:00 Uhr – eskalation

Bis jetzt haben sich die Hand voll Kinder halbwegs still miteinander beschäftigt. Spielsachen oder – wie bei uns – eine „Bastelecke“, „Puppenecke“ etc. gibt es hier, wie im letzten Beitrag bereits erwähnt, nicht. Daher wird es rasch laut, sobald sich die Kinder häufen. Spätestens jetzt bin ich wach! Sie ziehen sich gegenseitig am Pulli, spielen fangen, kugeln am Boden herum, … Nur ein paar malen in Ruhe weiter. Für die ersten Stunden sind nämlich nicht nur die Kinder aus der Daycare (Baby Class alias Kindergarten) im Raum, sondern auch jene der Middle und der Upper Class. 80 Kinder sind registriert. Etwas mehr als 70 sind täglich hier. Da kann es schonmal lauter werden…

08:15 Uhr – Shake your booty!

Die tägliche Aufstellung aller Kinder findet draußen statt. Die Lehrerin fragt: „How are you todaaaay?“ Die Kinder antworten: „I am fiiiiiine!“

Es gibt ein gemeinsames Aufsagen von Buchstaben, Zahlen und Texten. Manchmal sprechen die Lehrerinnen vor und die Kinder wiederholen. Oft übernehmen aber auch zwei Kinder die Führung. Anschließend kommen immer andere Kinder kommen nach vorne und erzählen was ihnen gerade durch den Kopf geht. Ob es eine Geschichte oder eine kurze Vorstellung ist, ist dabei ganz egal.

Und natürlich wird auch gesungen und getanzt. „Fly like a Butterfly. Fly – fly – fly. Jump like a Maasai. Jump – jump – jump. …“ Mir gefällt am besten das Lied mit dem Refrain „Shake your booty, booty. Shake your booty booty.“, in dem die Kinder ihre Hüften schwingen.

09:00 Uhr – concentration

Jetzt sind alle aufgewärmt und der Unterricht kann losgehen. Aus den Türen der Middle- und Upper Class hallen die Kinderstimmen über das ganze Gelände: „Capital letter A, Small letter a. Capital letter B, Small letter b. …“ Oft wirkt es etwas chaotisch und unorganisiert. Die Kinder antworten auch eher in einem Schreien als in einem Sprechen. Den Unterricht habe ich noch nicht ganz durchblickt, was natürlich daran gelegen hat, dass ich ihm nicht beigewohnt habe… 😉

Bei den Babies war ich allerdings näher dran und konnte Verschiedenes beobachten. Es wird gemeinsam das englische Alphabet, Swahili oder die englischen Zahlen durchgegangen. Da müssen dann auch die Kinder mal ran: Eines spricht vor und die Schar spricht nach.

Oder Esther zeichnet im Art (alias Zeichen-) Unterricht Formen auf die Tafel und es muss nachgezeichnet werden. Zum Üben werden immer drei Kinder zur Seite geholt, die in ihren Heften üben müssen.

Ich helfe die Aufgaben in die Hefte vorzuschreiben und Esther, ein kleiner Sonnenschein und eine der Jüngsten, sitzt geduldig auf meiner Schoß und beobachtet alles. Noch ist sie zu jung, aber in ein paar Jahren hat auch sie eigenes Übungsheft.

Wenn ich gerade nicht in der Klasse helfe, beschäftige ich mich mit den Kleinsten im Garten, lese oder schreibe. … Oder eine Kombination aus diesen Dingen. 😉

10:30 Uhr – Oh Lord, bless our Porridge!

Zeit sich zu stärken! Alle Kinder nehmen am Boden Platz. Es gibt Porridge in Tassen und wir Volunteers helfen beim Verteilen. Porridge hier gleicht einem Haferschleim wie man ihn am liebsten nicht so gerne mag, doch die Kinder lieben es! Aber bevor wir den schlürfen dürfen, wird gebetet. Die Kinder wollen gehört werden und brüllen: „Oh Lord! Bless our Porridge! Amen!“

Nachdem die Tasse ausgeschleckt ist, bringen alle Kinder brav die Tassen zum Brunnen. Wir Volunteers beginnen abzuwaschen. 70 Tassen in einer Schüssel mit kaltem Wasser. Ohne Waschmittel. Unsere österreichischen Kindergartenpädagoginnen und Eltern klatschen spätestens hier vermutlich die Hände über dem Kopf zusammen… 😉

Anschließend gehen wieder alle in ihre Klassen und wir Volunteers helfen, sofern es etwas zu helfen gibt. Ansonsten widmen wir uns wieder dem Babysitten der Allerkleinsten oder unseren eigenen Dingen.

12:00 Uhr – Ab ins Freie

Zeit für ein bisschen frische Luft, Sonne auf der Haut und Bewegung. Es geht in den Garten! Die Kinder spielen mit den Bällen, kraxeln auf den Spielgeräten (auch hier würde es so manchem Magistrat die Haare aufstellen…) und jagen sich gegenseitig. Das mit dem gemeinsam Spielen muss hier teilweise noch gelernt werden. Viele machen den Eindruck Angst zu haben zu kurz zu kommen und teilen den Ball nur ungern. Ab und zu fließen Tränen. Aber die sind in der Regel schnell getrocknet. Wenn gerade keine Lehrerin zur Stelle ist, auch von einem Klassenkameraden. Ganz oft blickt man aber in lachenden Gesichter und strahlenden Augen.

13:00 Uhr – Lunchtime

Zu Mittag gibt es Ugali (ähnlich Polenta ohne jeglichen Geschmack…) mit Bohnen (die besten, die ich je gegessen habe). Jeden Tag. Davor wird aber noch in der Reihe angestanden und die Hände gewaschen (auch das mit „Stand in a line!“ muss hier noch geübt werden…). Wir Volunteers helfen bei der Essensausgabe. Wer fertig gegessen hat, bringt seinen Teller wieder zum Brunnen. Und wir Volunteers waschen ab. Diesmal sogar mit Seife. 😉

Beim Händewaschen nach dem Essen wird meine (nicht vorhandene) Geduld auf die Probe gestellt. Das Wasser ist rar und die Kinder sind Traummännlein und -weiblein. Ich versuche ihnen rasch zu helfen die Bohnen von den kleinen Händen, dem Mund – und manchmal auch der Stirn oder dem Pullover – zu waschen.

14:00 Uhr – Lalelu

Ab zum Mittagsschlaf. Inzwischen wurden Strohmatten und darauf Matratzen im Klassenraum der Baby-Class aufgelegt. Die Kinder ziehen ihre Schuhe aus und liegen wie die Sardinen in der Büchse auf dem Boden. Die Kleinsten schlafen im Gitterbett in einem anderen Raum. Auch uns Volunteers fallen schon die Augen zu und wir ziehen uns in unsere Zimmer zurück. So viel Action macht nach ein paar Stunden schon müde…

15:00 Uhr – Welcome again!

Die ersten Kinder werden abgeholt. Viele bleiben länger. Solange wir Energie und Muße haben, spielen wir mit, gehen aber dann auch einkaufen und erledigen unsere eigenen Dinge.

Nach dem Kochen und Abendessen mit Esther fallen wir früh ins Bett – denn morgen um 06:45 Uhr klingelt ja wieder der Wecker…


HIER GEHT’S ZU DEN ANDEREN BERICHTEN AUS DEM KINDERGARDEN OF JOY

#73 – Kindergarten of Joy – Vom Leben in einer anderen Welt
#74 – Kindergarten of Joy – Von Abschlusstests, Luftballons und Gesichtsmalerein
#75 – Kindergarten of Joy – Ab auf die Baustelle
#76 – Kindergarten of Joy – Von Farbe, Pinsel und kreativen Meisterwerken
#78 – Kindergarten of Joy – Von A wie das Amen im Gebet bis K wie Kleid schneidern lassen
#79 – Kindergarten of Joy – Von M wie Morgenläufe bis Z wie Zahn ziehen lassen
#80 – Kindergarten of Joy – Mein Fazit
#81 – Kindergarten of Joy – Meine Lieblingsfotos

#76 – Kindergarten of Joy – Von Farbe, Pinsel und kreativen Meisterwerken

Als Alternativprogramm zur Baustelle dürfen wir unserer Kreativität am Freitag letzter Woche freien Lauf lassen. In einem anderen Kindergarten-Gebäude des Kindergarden of Joy gibt es einen Raum, der Verschönerung notwendig hat. Mit nur zwei Farben und ohne Pinsel und konkretem Plan machen wir uns auf den Weg.

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#75 – Kindergarten of Joy – Ab auf die Baustelle

Die Ferien haben also begonnen! Die Kinder haben im September fast zwei Wochen frei. Nach den ersten beiden Tagen, sehe ich sie erst am 16.09. wieder. Damit uns nicht langweilig wird, während es im Kindergarten nicht mehr von laufenden Zwergen wimmelt, helfen wir beim Bau von neuen Klassenräumen. Der Kindergarten, in dem wir derzeit wohnen, muss mit Dezember geräumt werden – er ist nur gemietet. Albert hat mit seinem Team und Spenden einen Grund gekauft und baut seit mehr als zwei Jahren neue Klassenräume auf. Hier müssen Sand geschleppt, Wasser geschöpft und Ziegelsteine aufgelegt werden…

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#74 – Kindergarten of Joy – Von Abschlusstests, Luftballons und Gesichtsmalerein

Was mir niemand sagt, bevor ich im Kindergarden of Joy ankomme: Es sind nur noch ein paar (so genau weiß das wohl niemand…) Tage Unterricht, bevor die Ferien beginnen. Danach werde ich erstmal nicht mit Kindern arbeiten. Erst ist die Rede von mehr als zwei Wochen – schlussendlich werden es doch nur zehn Tage sein. Die letzten zwei (irgendjemand entscheidet dann offenbar doch…) Tage verbringen wir mit Abschlusstests, ganz viel Spielen, unendlicher Freude über Luftballons und schönen Gesichtsmalerein.

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#73 – Kindergarten of Joy – Vom Leben in einer anderen Welt

Von Stonetown / Sansibar fliege ich nach Dar es Salaam – aufs Festland in Tansania, wo ich zwei Nächte bleibe (aber nichts Besonderes entdecke – daher kein Beitrag dazu…). Am 31.08.2019 düse ich um 04:30 Uhr morgens mit dem Taxi zum Busbahnhof, um meine Reise nach Mafinga, im Landesinneren, und zum Kindergarden of Joy anzutreten. Dort angekommen finde ich gefühlt 500 Busse vor und eine Horde Menschen, die wild durcheinander rennt. Es werden mir Bustickets und das Tragen meiner Tasche angeboten, an meinem Ärmel gezupft, auf mich eingeredet. Ich bin froh, als ich beim richtigen Bus ankomme, Albert – der Eigentümer des Kindergartens – mich in Empfang nimmt und schon ein Busticket für mich besorgt hat.

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#72 – Ein Tag in Stonetown, Sansibars historischem Herzstück

Sansibar Stadt und Stonetown, als dem „historischen Herzstück“ davon, muss ich unbedingt noch einen Besuch abstatten, bevor ich mich aufs Festland verzupfe. Die Angst nicht alles an einem Tag sehen zu können verflüchtigt sich schnell, als ich feststelle, dass die Wege weitaus kürzer sind, als sie auf der Karte aussehen. Da bleibt sogar noch Zeit für einen gemütlichen Kaffee mit Aussicht und einem Cocktail beim Sundowner.

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