#57 – Back Home / 8 Fragen an mich

Long time no see. Es ist ruhig geworden um unplanbar.com. Aber no worries – es gibt mich noch! Ich bin lediglich ein wenig schreibfaul geworden und weiß bei meiner ewig langen ToDo-Liste nicht wo ich anfangen soll (Freizeitstress – sehr arm, ich weiß). Mit ein wenig schlechtem Gewissen melde ich mich also heute mit dem ersten Beitrag aus der Heimat und beantworte Fragen, die mir in den letzten drei Wochen im Zuge meines Familie-Bekannte-Freunde-Treffen-Marathons gestellt wurden.

1. Wie geht’s dir jetzt wieder zu Hause und in Europa?

Ob ihr es glaubt oder nicht. Und ob das jetzt positiv oder negativ ist. Es ist als wäre ich nie weg gewesen (Stefan sagt, er ist sich sicher, dass ich weg war…). Maximal auf einen Kurzurlaub (Stefan meint es war definitiv länger…). Fast alles ist beim Alten. Inklusive mir selbst. Klingt komisch. Ist aber so.

Da ich mich recht rasch in Indien eingelebt habe, fällt es mir auch nicht schwer mich wieder umzugewöhnen. Was mir auffällt: Ich passe auf beim Duschen kein Wasser in den Mund zu bekommen, möchte öfter meine Hände zum Essen benutzen und fühle mich in kurzen Kleidern anfangs noch sehr unwohl.

2. Was war das Schönste, das du erlebt hast?

Eindeutig die Wanderung zur Teeplantage in Munnar und die letzte Woche im Sivananda Ashram. Der Sonnenaufgang auf dem Gipfel war das beeindruckendste Erlebnis. Und in den Tagen im Ashram bin ich am meisten zur Ruhe gekommen und bei mir selbst gewesen.

Hier geht’s zu den Beiträgen:
#52 – Das Highlight meiner Indienreise: Kolukkumalai, die zweithöchste Teeplantage der Welt
#55 – Sivananda Yoga Ashram Madurai / Vom Handyfasten und dem perfekten Abschluss der Reise

3. Was war das „Schlimmste“, das du erlebt hast?

Auch eindeutig: Die paar Tage hohes Fieber in Ammas Ashram und die dadurch gefühlte Hilflosigkeit, körperliche Schwäche und das Alleinsein (keiner, der mir Taschentücher reicht, mir Hühnersuppe kocht und sieht wie ich leide…).

Was auch – nicht schlimm, aber doof war – war die Zeit in Varkala, als ich einen emotionalen Durchhänger hatte, alles blöd war, ich mich – aus welchen Gründen auch immer – an diesem Ort nicht wirklich wohl fühlen konnte.

Beides war trotz allem eine lehrreiche Zeit.

Hier geht’s zu den Beiträgen:
#42 – Volunteering in Varkala Teil 1 von 2 / Erster Eindruck: Ich glaub ich muss hier weg…
#43 – Volunteering in Varkala Teil 2 von 2 oder auch: Schlussendlich eine tolle Zeit
#46 – Amma’s Ashram (Teil 1) / Vom Check-In ins Krankenhaus

4. Was nimmst du dir persönlich von der Reise mit?

Ich versuche mehr in der Gegenwart zu leben. Mir über vergangene Dinge nicht zu viele Gedanken zu machen. Und noch weniger mich um Dinge zu sorgen, die irgendwann in der Zukunft liegen (und die ich ohnehin nur bedingt beeinflussen kann). Das klappt mal besser und mal weniger gut. Mich immer wieder selbst daran zu erinnern hilft aber ungemein und bringt mich zurück ins Hier und Jetzt. Übung macht den Meister.

5. Was vermisst du am meisten?

Definitiv nicht das scharfe Essen… =P

Spaß beiseite… Ich vermisse die gefühlte Leichtigkeit, die ich mir auf der Reise ein bisschen angewöhnen konnte und die im Alltag in dieser Form für mich undenkbar ist… Außerdem vermisse ich, dass ich mir ohne Wenn und Aber viel Zeit für Yoga und Meditation genommen habe. Dafür habe ich derzeit nicht die Ruhe…

6. Was würdest du anders machen, wenn du die Reise nochmal machen würdest?

Schwierige Frage… Ich hätte den Norden gerne „anders“ (nicht im Taxi und nur Touristenprogramm) erlebt. Ich bin aber zugleich davon überzeugt, dass es für die allerersten Tage in Indien der richtige Weg war.

Ich hätte außerdem nicht so viel Zeit in Morjim/Goa verbracht. Zugleich habe ich die Zeit gebraucht um herauszufinden was ich denn als nächstes mache. 

Und ich bin nicht sicher, ob ich den Blog ins Leben gerufen hätte, weil ich mich ständig verpflichtet fühle zu schreiben (auch in den Wochen in denen ihr nichts von mir hört und lest) und habe mir damit selbst eine Verpflichtung auferlegt, die ich eigentlich in diesem Jahr los sein wollte. Andererseits freue ich mich jetzt natürlich eine Art Reisetagebuch inklusive Gefühlen und Fotos zum Schmökern zur Verfügung zu haben. Und die vielen positiven Rückmeldungen und Kommentare (vor allem jetzt mündlich, wenn ich euch persönlich treffe) geben mir sooooo viel zurück!

Insofern: Vermutlich würde ich nichts anders machen… Denn alles hat seinen Sinn so wie es läuft (abgedroschen, aber wahr.)

7. Was war ganz anders als du es erwartet hast?

Durch die Panikmache rund um mich habe ich mir vorgestellt bestimmt ständig unangenehm angesprochen oder vielleicht berührt zu werden und in ein unglaublich gefährliches, schmutziges Land zu reisen. Die Menschen denen ich begegnet bin waren allerdings hauptsächlich herzlich und hilfsbereit. Kein einziges Mal habe ich mich unwohl oder bedroht gefühlt. Und ja – das Land ist schmutziger als Österreich (nicht schwer…) und auch ärmer (auch nicht schwer). Aber es gibt viele andere Länder auf der Welt, in denen es ähnlich ist und es hat mich nicht schlimm erschüttert – vielleicht weil ich da recht anpassungsfähig bin und wusste auf was ich mich einlasse. Mit einem gewissen Verhalten und einer entsprechenden Einstellung kann man sich in Indien sehr sicher und wohl fühlen. (Bitte merken!)

8. Wo geht’s als Nächstes hin?

Derzeit bin ich mit Stefan in Italien.

Im Juli geht’s für zehn Tage in ein Meditationszentrum nach Deutschland zum Meditieren und Schweigen (auf diesen Beitrag bin ich selbst sehr gespannt…).

Und am 30.07.2018 geht mein Flug Richtung Tansania und Kilimanjaro (huuuuiiii!).

Wann genau ich aus Afrika zurückkomme weiß ich noch nicht. Und was bis dahin alles passiert sowieso nicht. Was ich aber weiß: Die Zeit verrennt!

In diesem Sinne stecke ich jetzt wieder meine Zehen in den Sand und genieße die Zweisamkeit mit dem Mann an meiner Seite. Ciao a tutti!

P.S.: Noch mehr Fragen?

Wenn ihr noch Fragen habt, die euch auf der Seele brennen: Nur her damit!
Frei nach dem Motto: The only stupid question is the one not asked.

Vielleicht ergibt sich ja ein Teil 2 des Beitrags?! 🙂

5 Kommentare zu „#57 – Back Home / 8 Fragen an mich

  1. Liebe Anja,

    danke für den so guten – und auch lustigen – Beitrag! Musste sehr schmunzeln.

    Was die Sache mit dem Blog anbelangt. Dinge kann man jederzeit ändern. Nichts ist in Stein gemeißelt.
    Schreib nur dann, wenn die Finger schon ganz zappelig sind und der Kopf voll Ideen. Lass es, wenn du nicht willst und dich dadurch gestresst fühlst – auch wenn du sagst, dass es für dich auch was Schönes ist, die Erfahrungen nieder zu schreiben. Die Erinnerungen an sich sind das wertvollsten. Und die Erfahrungen selber prägen dich so, dass es sowieso tief in dir wirkt – egal ob Blog oder nicht Blog.

    Ich wünsche euch eine schöne Zeit in Italien, ihr zwei … hast du da nicht was unerwähnt gelassen?! 😉

    Großes Bussi! Denk an mich, wenn du mal die Füße ins Meer hälst (mehr brauch ich nicht. Bin wasserscheu! Heute hatten wir genau da kein Warmwasser wie ich zwei sandige Kinder zum säubern hatte. Wasserkocher hat was geleistet. Hui hui. Ich selbst musste dann aber unter die eiskalte Dusche. Brrrrr.)

    Gefällt 1 Person

    1. Das Unerwähnte folgt noch… =P

      Bin im Meer auch etwas wasserscheu. Bin mehr die Sonnenliegerin. 😉

      Wow – Wasserkocher-Bad klingt wie früher… aber ohne Wasserkocher. Tapfer bist du!

      Dickes Bussi

      Liken

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