#53 – Palmblattbibliothek in Indien (Teil 1) / Meine Zukunft auf einem Palmblatt?

Vor tausenden von Jahren sollen in Indien die Schicksale von Menschen auf Palmblättern niedergeschrieben worden sein. Von Menschen wie dir und mir. Und heute soll man in sogenannte Palmblattbibliotheken gehen und sich sein Palmblatt vorlesen lassen können. Was gibt es zu meinen Vorleben zu sagen? Was ist in diesem Leben in der Vergangenheit passiert? Wie sieht es derzeit aus? Was wird die Zukunft bringen? Beruflich – Privat – Gesundheitlich. Wer mich kennt weiß: Ich bin spirituellen und übernatürlichen Dingen sehr aufgeschlossen gegenüber. Aber wie zum Geier soll das funktionieren?! … Letzte Woche habe ich mich höchstpersönlich davon überzeugt. Meine Lebenserwartung war nur eines der Dinge, die mir vorausgesagt wurden.

Als mich im Herbst 2018 Elfi, Stefans Tante, fragt, ob ich in Indien auch in eine Palmblattbibliothek gehen werde, habe ich noch nicht einmal ansatzweise etwas davon gehört…


Was ist eine Palmblattbibliothek?

In einer Palmblattbibliothek werden Sammlungen von Palmblättern aufbewahrt, auf denen das vergangene, gegenwärtige und zukünftige Schicksal der Menschen in der altindischen Sprache Sanskrit oder im dravidischen Tamil niedergeschrieben ist. Die Urschriften verfassten angeblich die heiligen Rishi, die in der Zeit um 5000 v. Chr. lebten.

Die Weisen im alten Indien sollen ihre spirituellen Kräfte genutzt haben, um in der kosmischen Akasha-Chronik zu lesen und mehrere Millionen Lebensläufe von der Geburt bis zum Todeszeitpunkt auf Blätter der Stechpalme zu übertragen.

Ein Palmblatt wird in der Regel nach rund 800 Jahren brüchig. Daher fertigen die wenigen Eingeweihten, die die altindische Sprache noch beherrschen, regelmäßig Abschriften der Botschaften an und ritzen sie in eng geschriebenen Zeichen auf ein neues Palmblatt. Von jeder Urschrift soll es zwölf Kopien geben, die in den zwölf großen Hauptbibliotheken in Indien aufbewahrt werden. (https://www.viversum.de/online-magazin/palmblattbibliothek)

Das Vorhaben

Ich lese mich in ein Buch* ein, das Elfi mir schenkt und einige Erfahrungsberichte im Internet besagen, dass in ihrer Lesung so Vieles aus der Vergangenheit zutrifft und vorhergesagte Zukunft tatsächlich eingetroffen ist. Ich frage mich mehr denn je: Wie bitte soll das möglich sein?! Und beschließe daher: Irgendwie muss ich an eine eigene Lesung kommen!

*) Palmblätter: Ist unser Leben Schicksal oder Zufall, Chaos oder freier Wille? Von Palmblattbibliotheken und heiligen Schriften. Wulfing von Rohr.

Später in Indien

Von meinem Trip nach Hampi mit Karin möchte ich weiter nach Bangalore. Denn laut oben genanntem Buch soll es hier eine Palmblattbibliothek geben. So sehr ich auch beschlossen habe es zu tun, so unwirklich fühlt es sich für mich an, da ich dahingehend auch nichts organisiere außer einem Busticket in diese Stadt. Ich weiß noch immer nicht genau wie ich die Bibliothek finde werde, aber man sagt ja: Wenn es ein Palmblatt für einen Menschen gibt, findet derjenige auch den Weg dahin.

Als ich Karin von meinem Vorhaben berichte, erzählt sie mir, dass sie eine Bekannte hat, die das auch einmal gemacht hat. Sie kontaktiert sie und – kaum zu fassen – 18 Jahre nach ihrer Lesung (!!!) findet die Bekannte die Visitenkarte des Readers. Jener der Bibliothek in die ich fahren möchte. Ist das zu fassen?!

Besser spät als nie – ich versuche den Palmblattleser zu kontaktieren. Der erste Anruf haut mich allerdings ziemlich aus den Latschen. Die Wartezeit beträgt drei Monate – ich kann im Juni vorbeikommen. Auch als ich sage, dass ich bereits Bus und Hotel gebucht, in ein paar Tagen in Bangalore sein werde und Ende Mai zurück nach Österreich muss ändert nichts an der Tatsache.

Ich nutze meinen bereits gebuchten Trip für Stadtbesichtigungen von Bangalore und Mysore. Als ich die Nummer vor Ort erneut kontaktiere (vielleicht lässt sich ja noch etwas machen), bekomme ich zwar keinen kurzfristigen Termin, aber darf an Maha Shivatri teilnehmen und mich am Donnerstag drauf wegen einem Termin nochmal melden – ein Hoffnungsschimmer.

Und tatsächlich: Ich darf am 23. Mai 2019 um 14:30 Uhr vorbeikommen. Wo auch immer es mich noch in Indien in den kommenden drei Monaten hinverschlagen wird – am Ende meiner Reise werde ich nochmal in Bangalore sein.

Der 23. Mai 2019

… Und da war ich dann letzte Woche auch. Die Adresse diesmal rasch gefunden, bin ich bereits um 14:00 Uhr vor Ort und warte mit einigen anderen Menschen im Stiegenhaus. Ich bin erleichtert, als der Reader gegen 15 Uhr doch noch erscheint (an Verspätungen sollte ich in Indien nun schon gewöhnt sein…). Der Termin findet in einem ganz normalen Wohnhaus statt und der Raum ähnelt einer Praxis mit einem kleinen Warte- und einem Besprechungszimmer.

Zugegebenermaßen: Ich bin nervös. Was wird er mir sagen? Wird er alle Details meiner Vergangenheit ausbreiten? Was wird er über meine Zukunft sagen? Was wenn er mir riesige Herausforderungen voraussagt? Oder Dinge, die ich eigentlich nicht wissen will? … Es bleibt aber keine Zeit zu überlegen. Denn ich werde als erste hereingebeten.

Auf der Suche nach meinem Palmblatt

Einige Erfahrungsberichte im Internet erzählen, dass vorab Daumenabdrücke genommen wurden. Dass irgendwann später eine Auswahl möglicher richtiger Palmblätter zur Verfügung steht und man sich mit Hilfe von Fragen zum richtigen vorarbeitet. Und dass dann so Dinge fragt werden wie: „Heißt dein Vater XY?“ – wo einem schonmal die Luft wegbleiben kann.

Bei meiner Terminvereinbarung habe ich lediglich mein Geburtsdatum, -zeit, – ort und meinen Vornamen hinterlassen. Zusätzlich werden mir jetzt im ein paar Fragen gestellt:
-) Leben deine Eltern noch?
-) Sind sie noch zusammen?
-) Hast du Geschwister? Einen Bruder oder eine Schwester?
-) Bist du verheiratet?
-) Ist dein Partner aus Österreich?
-) Was machst du beruflich?

Danach verschwindet der Reader in einem kleinen angeschlossenen Raum, kramt (offenbar nach meinem Palmblatt) und kommt tatsächlich mit einem schmalen Pack Blätter in zwei Holzstücken eingeklemmt zurück.

Er nimmt die Schnur herunter, klappt die Seiten auseinander und beginnt zu lesen…

Fortsetzung folgt...

English Version: #53 – Palmleaflibrary in India / My future written on a palmleaf?

7 Kommentare zu „#53 – Palmblattbibliothek in Indien (Teil 1) / Meine Zukunft auf einem Palmblatt?

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