#44 – Reisebericht Kochi (Cochin) / Ungeplanter Besuch eines total netten Flecks Indiens … und eines indischen Kinofilms

Kochi war zwar in meinem Hinterkopf, stand aber nicht auf meiner „Must-See“-Liste, da ich immer wieder gehört habe, dass es da nicht wirklich etwas zu sehen gibt… Mit dem Ziel nach Alleppey zu fahren, um die Backwaters zu sehen, lande ich dann mitten in der Nacht doch ungeplant dort (Stichwort: falscher Zug – nachzulesen hier: #39 – unplanbar.com Deluxe / Jetzt mache ich dem Blognamen alle Ehre). Und bin so begeistert, dass ich gleich vier Nächte bleibe…

Wo schlafen?

Wie bereits erwähnt hat der ebenso im falschen Zug sitzende Engländer mitten in der Nacht für uns ein Hostel gebucht. Wie ebenso bereits erwähnt sollte das mein erster Aufenthalt in einem Hostel sein und für eine positive Überraschung sorgen.

Das Happy Camper Hostel liegt in Fort Kochi – dem viel ruhigeren, älteren Teil der Stadt. Ich weiß nicht warum ich mir Hostels immer so furchtbar vorgestellt habe, aber alle Vorurteile kann ich hier über Board werfen… Wir werden total nett in Empfang genommen, das Hostel ist total nett und liebevoll eingerichtet. Ich schlafe in einem netten Zimmer mit sieben anderen Personen, habe ein eigenes Schließfach neben meinem Bett und alles – inklusive dem Badezimmer – ist total sauber. Sauberer als in so manchem Hotel, in dem ich bisher um das vierfache des Preises abgestiegen bin. Ich kann außerdem meine Wäsche in der Waschmaschine waschen, bekomme viele nützliche Infos zu all meinen Fragen (Weiterreise, Sehenswürdigkeiten, etc.) und zahle sage und schreibe EUR 5 pro Nacht. Das einzige: In der Nacht ist die Klimaanlage auf 17 Grad eingestellt und ich hole mir eine lästige Verkühlung…

Angeblich sind die Unterkünfte in Fort Kochi teurer als in Ernakulam (dem modernen und hektischen Teil), aber ich lege jedem ans Herz sich trotzdem hier einzuquartieren (einen heißen Tipp kennt ihr ja jetzt schon J). Es gibt unglaublich hübsche Homestays, die Umgebung ist total herzig (mir fällt echt gerade kein anderes Wort dafür ein), sehr ruhig und die leckeren, netten Lokale runden das alles ab.

Wo essen?

Wenn wir auch schon dabei sind, gleich einmal meine Lokalerfahrungen… Wie wir inzwischen wissen: Selten lande ich in Lokalen, in dem es typisches lokales Essen gibt – so auch diesmal. 😉

Qissa Café

Mein absoluter Favorit! Klimatisiert (bei den Temperaturen draußen ein Traum), Strom für den Laptop (damit ich etwas für euch tippen kann), LECKERER Burger, MEGA Oreo-Shake, UNGLAUBLICHER Schokoladekuchen. Auch der selbstgemachte Eistee (Zitrone und Zucker selbst zu dosieren) und der Eiskaffee waren echt lecker. Abgesehen von all dem ist die Einrichtung genau meins…

David Hall Gallery & Café

Eine Mischung aus Galerie und Restaurant/Café. Die Preise gehoben, sehr schickes Restaurant, ruhige Atmosphäre, sehr aufmerksames Personal und ein sehr hilfsbereiter Manager (?), der mir viele hilfreiche Tipps zu Alleppey inkl. eines selbstgezeichneten Plans mitgibt. Während man aufs Essen wartet kann man sich die Bilder ansehen gehen und sich so die Zeit vertreiben. Die Pizza soll sehr lecker sein hab ich gelesen (und gerochen). Mein Salat war… Naja. Nicht so besonderes. Für mein Dessert wechsle ich daher ins Qissa. 😉

Loafer’s Corner

Ich war hier zwei Mal zum Frühstück. Für verhältnismäßig geringe Preise bekommt man riesige Portionen, die auch noch herrlich schmecken! Von meinem ersten Frühstück war ich den ganzen Tag gesättigt: Omlett mit Hühnchen, Champignons und Käse. Vermutlich hätte es für vier Personen gereicht… 😉 Auch das Müsli am Abreisetag war echt lecker! Personal freundlich und schnell, Einrichtung wieder genau meins: Urig und gemütlich.

Farmers Café

Mein Farmers Omlett schmeckt mir soooo gut, dass ich gleich am nächsten Tag nochmal hierher komme. Wenig Ei und viel Gemüse, aber eine riesige Portion und alles schmeckt frisch geerntet. Das Lokal wieder extrem nett eingerichtet und auch hier die Möglichkeit vor, während oder nach dem Essen durch die Galerie zu gehen.

Was unternehmen?

Tag 1 – fort kochi

So richtig viel gibt es – zugegebenermaßen – nicht zu sehen. Am ersten Tag schlendere ich durch Fort Kochi, am Strand entlang, über den Markt. Unterwegs besuche ich zwei Kirchen, den bekannten Dutch Cementry, die berühmten Chinesischen Fischernetze und zum Schluss das kleine Indo-Portugiesische Museum.

Kochi Strand

Chinesische Fischernetze

Dutch Cementry

Santa Cruz Cathedral Basilica

St. Francis Church

Indo-Portugiesisches Museum

Habe auch wieder unglaublich tolle Streetart entdeckt. Die Wände sind voll damit! Vor allem auch mit Malereien für den Kampf gegen Drogenkonsum.

Tag 2 – MatTancherry & Willingdon Island

Am zweiten Tag gehe ich zu Fuß (30 Minuten bei brütender Hitze – Schwitz!!!) nach Mattancherry und dort ins Dutch Palace Museum (nett, aber nicht umwerfend – sehr viel zu lesen…) und in die Synagoge (mein erstes Mal wie ich festgestellt habe).

Die Umgebung lädt ein auch ein bisschen herumzustrandeln. Es gibt unzählige Antiquitäten-Geschäfte.

Dutch Palace Museum

Synagoge

Da ich noch den ganzen Nachmittag zur Verfügung habe, fahre ich mit der Fähre nach Willingdon Island und sehe mir dort das Cochin Port Trust Maritime Heritage Museum an. Auch hier: klein aber fein. Soweit ich verstanden habe, gibt es auf der Insel nicht viel mehr zu sehen. Ich stelle mir vor, dass ein Spaziergang sehr nett sein kann. Da ich aber aufgrund der Verkühlung und Hitze nicht gut beisammen bin, mache ich mich nach dem Museum auf den Rückweg.

Tag 3 – Film Ab!

Am dritten Tag fühl ich mich aufgrund der Verkühlung noch schlapper und fahre mit Rikscha – Fähre – Rikscha ins Kino nach Ernakulam. Die Fähre sollte man unbedingt mal probieren! Für nur 4 Rs (5 Cent) tuckert man gemütlich 20 Minuten mit Einheimischen über das Wasser und kann entspannen. Sie fährt halbwegs pünktlich alle 20 Minuten. Tickets gibt es direkt an der Station – immer 5 Minuten vor Abfahrt (und keine Minute früher… glaubt mir – ich habe es probiert).

Mit dem Taxi ist man aufgrund des Verkehrs nicht schneller… Von der Station nehme ich eine Rikscha zum Kino. Der Fahrer versichert sich nach dem Halt nochmal: „Hierher willst du?“ Ich: „Ja!“ Er: „Schaust du dir einen Film an?“ Ich: „Ja.“ Er: „Auf Malayalam?!?!“ Ich: „Ja.“ Er: „Kannst du Malayalam?!?!“ Ich: „Nein…“ Er lacht. Ich lache. Alle sind glücklich. 🙂

Auch wenn ich kein Wort verstehe – dem Film zu folgen ist nicht schwer und ein Kinobesuch in Indien ist auf jeden Fall zu empfehlen! Das Ticket gibt es supergünstig um rund EUR 3 und die Stühle sind besser als in manchem österreichischen Saal, der Raum ist riesig und klimatisiert. Der Film dauert 2:45 Stunden (für Indien offenbar normal) mit einer ganz kurzen Pause (Zeit sich Popcorn zu holen! Man hat sogar die Wahl zwischen Salz & Butter, Käse und Karamell!). Die Inder klatschen und lachen während der Vorstellung. Ich freue mich über entspannt-lustige drei Stunden und einem mal ganz anderen Touristen-Programm.

Fazit

Die meisten Touristen bleiben anscheinend nur 1-2 Nächte in Kochi. Ich wäre sogar noch länger als vier geblieben, würde ich nicht noch gerne so viel Anderes sehen… Ernakulam kann man besuchen, wenn man Shoppen oder ins Kino möchte – ansonsten würde ich davon abraten, da viel zu laut und hektisch für meinen Geschmack. In Fort Kochi lässt es sich allerdings sehr gut aushalten, wenn man gerne herumschlendert, den Blick aufs Meer genießt und sich die Zeit in netten Lokalen bei gutem Essen vertreibt. Meinen Heimflug habe ich nun aus Kochi gebucht und freue mich jetzt schon auf ein kurzes Wiedersehen.

4 Kommentare zu „#44 – Reisebericht Kochi (Cochin) / Ungeplanter Besuch eines total netten Flecks Indiens … und eines indischen Kinofilms

  1. Liebe Anja,

    da lieg ich im Bett (genieße noch die Ruhe vor dem Sturm) und muss sooo schmunzeln.

    Du bist so cool! Kinobesuch in Indien. Herrlich!

    Dass ich deinen Kleidungsstil sehr liebe (und selber einen ähnlichen habe), weißt du ja. Aber auch sonst würde ich sofort mit dir in jedes Lokal und Café gehen und wohl auch die ident gleichen Sachen bestellen. Schaut alles sooo gut aus!

    Freu mich schon RIESIG auf unser gemeinsames Frühstück!

    Bussi du Liebe!

    Gefällt 1 Person

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