#43 – Volunteering in Varkala Teil 2 von 2 oder auch: Schlussendlich eine tolle Zeit

Zugegeben: Wenn man die Fotos sieht, klingt mein letzter Beitrag echt nach Jammern auf höchstem Niveau… Fotos von schmutzigen Handtüchern, abgewohnten Möbeln, Fleckigen Stuhlpölstern, schmutzigem Boden, Vogelmist usw. erspare ich euch aber. Abgesehen davon – habe ich in Teil 1 ohnehin auch schon erwähnt: Ganz eigenartig, aber auch nachdem ich geputzt, mich eingerichtet und zum Schluss schon gut eingewöhnt habe – so richtig heimelig und wohl habe ich mich nie gefühlt. Vielleicht kennt ihr das ja… Orte mit denen man trotz aller Anstrengung einfach nicht warm wird.

Dieser Beitrag soll aber nicht wieder von Gejammer geprägt sein. Denn NATÜRLICH gab es auch einmalige Momente in 28 Tagen Edengarden und schlussendlich war es eine tolle Zeit!

Und von denen lest ihr hier in der Fortsetzung zu #42 – Volunteering in Varkala Teil 1 von 2 / Erster Eindruck: Ich glaub ich muss hier weg…

Nachdem ich also die ersten Tage – um nicht Wochen zu sagen – voller Panik, Stress, Verzweiflung, Infragestellen, Planung und Gefühlschaos verbracht habe, stellt sich doch irgendwann die Entspannung ein. Nämlich ab dem Zeitpunkt, als ich realisieren muss, dass weder meine Kreditkarte noch mein Geburtstagspaket bis Mitte April bekommen werde. Ich überlege zwar weiterzureisen und zurückzukommen, aber entscheide dann doch dazubleiben.

Die Idylle

Wenn auch die Anlage etwas abgewohnt und verkommen ist, vieles sauberer sein könnte – die Idylle ist einmalig. Es ist total ruhig, man hört ausschließlich die Tiere aus dem „Dschungel“ und das Meeresrauschen. Überall herum ist es grün. Edengarden wie man sich ihn vorstellt.

Der Besuch im Tempel

Als Abhi herausgeputzt an der Rezeption auftaucht, frage ich ganz erstaunt wo es denn hingeht. Heute ist ein Feiertag für die Hindus, seine Mama und er gehen in den Tempel. „Magst du mit?“ … „Ja, gerne!“ Ich laufe ins Zimmer und ziehe mir lange Sachen an, dann geht’s auch schon los. Ich bin erst ein paar Tage da, kenne Abhi kaum und seine Mama gar nicht. Ich bin ein bisschen aufgeregt, weil ich mich ja gar nicht auskenne und ich mich alle ansehen wie eine Außerirdische. 🙂 Abhis Mama erklärt mir vieles, ist geduldig und herzlich. Es werden hunderte Öllampen angezunden und im Tempel herrscht eine unglaubliche, einzigartige Stimmung. Alle sind gekommen um ihren Gott anzubeten und ihn zu feiern. Wunderschöne Saris, viele Lichter, herrliche Düfte von Räucherstäbchen und ich mitten drin.

Private indische Tanzvorführung

Ian, ein Freund von Abhi, lernt hier in Indien einen traditionellen indischen Tanz. Wenn ich es richtig verstanden habe ist es Kathakali. Jedenfalls werden durch diese Tänze Geschichten der Götter und indische Traditionen erzählt. Es ist unglaublich anspruchsvoll, weil jeder Gesichtsausdruck, Hand-, Kopf-, Fußbewegung eine eigene Bedeutung hat. Ian, ein Freund von Abhi, bliebt eine Nacht im Ayurvedic Resort und gibt uns – Abhi, Abhis Mama, Abhis Freundin per Live-Stream und mir – eine Privatvorstellung.

Indian Cooking Class

Seit ich in Indien angekommen bin nehme ich mir vor einen Kochkurs zu belegen. Bisher ist es noch nicht dazu gekommen…

Aber dann: Zwei Mal hat Abhi Gäste zu sich eingeladen und wir dürfen beim Kochen helfen. Ich gehe mit ihm einkaufen und schreibe beim Kochen fleißig mit, damit ich meine Lieben zu Hause mit indischem Paneer (Käse)-Curry und selbstgemachtem Chapati (sollten eiiiigentlich rund sein, daran muss ich noch arbeiten) verwöhnen kann.

Sand zwischen den Zehen

Nach erledigter Arbeit bleibt genug Zeit am Strand spazieren zu gehen, Eiskaffee am Kliff zu schlürfen und mir die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Balsam für die Seele…

Die Off-Season hat da auch ihren klaren Vorteil: Es ist nicht überfüll und herrlich ruhig.

Bereichernde Begegnungen

Von den guten Gesprächen mit Cristina, Abhi und dem deutschen Pärchen Monika und Udo habe ich euch ja schon berichtet: #40 – Von bereichernden Begegnungen auf Reisen / Good Vibes auf unplanbar.com

Mein 30. Geburtstag

Auch über meinen tollen 30. Geburtstag mit Massage, Strand und vielen tollen Geschenken habe ich bereits geschrieben: #32 – Birthday abroad / Von meinem 30. Geburtstag in der Ferne und einem Wink des Schicksals

Fazit

Auch wenn ich mich wirklich gut eingelebt und wohlgefühlt habe – bis ganz zum Schluss konnte ich mich nicht komplett zu Hause fühlen und mich fallen lassen. Nichts desto trotz bezeichne ich die mehr als drei Wochen als absolut bereichernd und lehrreich. Außer vielen guten Gesprächen und einem besseren Kennenlernen meiner selbst kann ich viele Erinnerungen toller Momente mitnehmen, für die ich Abhi, seiner Mama und dem Team vom Edengarden wirklich dankbar bin!

5 Kommentare zu „#43 – Volunteering in Varkala Teil 2 von 2 oder auch: Schlussendlich eine tolle Zeit

  1. Liebe Anja,

    du wirst es nicht glauben, aber ich liiiebe die Fotos wo du kochst. Ich hab’s mir in Originalgröße aufgemacht und so oft und lange angeschaut. So so so cool! Da stehst du. Tausende Kilometer weit entfernt von hier. Und kochst. Indisch. Wie cool ist das?!

    Mit jedem Blogbeitrag wächst meine Begeisterung und Hochachtung dir gegenüber.

    Möchte aber an dieser Stelle auch gleich eine Warnung aussprechen: wenn du dann wieder endgültig im Lande bist, könnte ich Stammgast bei Stefan und dir werden – ich liebe nämlich indisches Essen.

    Anja, ich wünsche dir eine gute Weiterreise und wie immer – pass auf dich auf!

    Hier hat sich heute überraschenderweise kurz die Sonne blicken lassen. Zwischen ansonsten viel Regen … immerhin etwas.

    Großes Bussi, dein Wiener Wetterfrosch.

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Belli!
      Das wird dir aber vermutlich langweilig werden – ich kann ja bislang nur ein Gericht.. 😉
      Freue mich aber, wenn du Gefallen an meinem Beitrag und mich als Köchin findest. 🙂
      Hoffe die Sonne lässt sich bald wieder öfter blicken. Der Regen kann jetzt ruhig nach Indien kommen…
      Dickes Bussi

      Gefällt mir

  2. Bewundernswert, Anja, wie du aus einer zuerst aussichtslosen, komplett frustrierenden Situation doch noch das Beste draus gemacht hast und du dann doch noch die Zeit genießen konntest – Respekt! 💪🏻😊

    Gefällt 1 Person

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