#41 – Zeit für ein Dankeschön… an meinen Freund oder: Auch Liebe ist unplanbar

Heute vor einem Jahr war noch alles so anders, dass ich es nicht glauben kann was inzwischen alles passiert ist…
Heute vor einem Jahr habe ich gerade an meiner Masterarbeit geschrieben.
Heute vor einem Jahr waren die Masterprüfung und der Abschluss des Studiums zwar irgendwie nah, aber noch total weit entfernt (möglicherweise aufgrund der etlichen fehlenden Seiten meiner Arbeit…).
Heute vor einem Jahr war ich der festen Überzeugung das gesamte Jahr 2019 auf Reisen zu sein. Und sie in Afrika zu starten.
Heute vor einem Jahr konnte ich es nicht erwarten meinen Rucksack zu packen und mich aus dem Staub zu machen.
Heute vor einem Jahr wollte ich 2019 nach Lust und Laune zu verbringen, auf mein Herz hören. Nichts müssen. Einfach nur dürfen. Spontan sein. Nichts planen.
Heute vor einem Jahr habe ich die Tage bis zu meiner Abreise gezählt.
Heute vor einem Jahr habe ich endlich akzeptiert und mich damit arrangiert Single zu sein.
Heute vor einem Jahr war ich sogar froh Single zu sein und ohne Partner alles halbwegs unter einen Hut zu bekommen.
Heute vor einem Jahr wollte ich eigentlich nach Podersdorf zum Surfopening fahren, es fand sich aber keine Begleitung.
Heute vor einem Jahr sollte ich ohnehin den (Feier-)Tag mit meiner Masterarbeit verbringen und saß in meinem Wohnzimmer in Inzersdorf vor dem Laptop.
… Dann kam heute vor einem Jahr alles anders.

Denn: heute vor einem Jahr fand der Buddy-Day bei elementics OCR-Training-System statt.
Und heute vor einem Jahr habe ich ihn zum ersten Mal getroffen.
… Und musste – nein, durfte – erfahren: Auch Liebe ist unplanbar.

„Fleißig 🙂 Rennst du in Wr. Neustadt auch mit?“, war deine erste Nachricht an mich auf Instagram am 28.04.2018. … Was als nette Schreiberei über unsere gemeinsame Leidenschaft, Obstacle Course Racing, begonnen hat und ich dachte: „Unter Gleichgesinnten kann man sich ja austauschen.“, (bemerke: ich war froh Single zu sein und hatte ja geplant 12 Monate auf Reisen zu sein!) wurde rasch zu einem spannenden Annähern. Nachdem sich also für Podersdorf niemand gefunden hatte, und du nicht locker lässt, mache ich mich meinen Laufschuhen und einer mundgerecht geschnittenen Ananas (die dich lt. eigener Angaben sehr beeindruckt hat) als Proviant auf den Weg nach Sankt Pölten. Und da sitzt du schon. Ein paar eigenartige 200 Meter vom Parkplatz zum Gelände, auf dem bereits einige Blicke in meine Richtung wandern, trennen uns vom ersten persönlichen „Hallo“. Um die Situation etwas aufzulockern machen wir uns rasch an die Hindernisse. Vor allem die hohe Wand und der Speerwurf quälen mich und wollen nicht geschafft werden. Peinlich? Nö… Wir haben unseren Spaß. Und irgendwie fühlt sich alles vertraut an. Als kennen wir uns schon länger als ein paar Tage und ein paar geschriebener Zeilen über Instagram und WhatsApp. Als kennen wir uns monatelang und richtig gut. Ein wenig unheimlich.

Obwohl ich von Beginn an klarstelle, dass ich 2019 nicht in Österreich verbringen werde, ist deine klare Aussage: „Ich will dich trotzdem kennenlernen.“ Gesagt. Getan. Ab dem 1. Mai 2018 geht dann alles recht schnell. (Dass du mich nach dem ersten Treffen gleich am Parkplatz geküsst hast, kann ich immer noch nicht fassen – was für eine Unverschämtheit!)

Spaß beiseite… Das danach folgende nicht einmal ganze Jahr ist für uns beide oft nicht einfach. Wir machen es uns gegenseitig nicht leicht und für so eine frische Liebe sind die Monate sehr turbulent. Wir sind in vielen Punkten unglaublich gleich, in anderen verschieden wie Tag und Nacht – da prallen Welten aufeinander. Zu Beginn befinde ich mich gerade mit meinen ohnehin schon leeren Batterien im Abschluss meines Studiums und habe ein unfassbar schwaches Nervenkostüm, gehe oft wenig Kleinigkeiten an die Decke oder weine einfach drauf los. Die zwar nicht ewig weite, aber doch vorhandene Entfernung von 50 Minuten Fahrzeit zwischen unseren beiden Zuhauses (nennt man das so?) und eine gewisse Inflexibilität aufgrund der Hunde kommen dazu. … Und dann ist da noch die beidseitige Unsicherheit meine Auszeit betreffend.

Es gibt natürlich hohe Hochs in den ersten Monaten. Aber auch sehr tiefe Tiefs. Trotz alledem fühlen wir einfach, dass wir zusammengehören und entscheiden uns im Herbst schlussendlich dazu die Herausforderung anzunehmen und das Jahr zusammen zu meistern.

Und da sind wir jetzt… Mitten im Jahr meiner Auszeit. Am 01. Mai 2019. Ein Jahr nachdem wir uns das erste Mal persönlich getroffen haben. Viele in der Heimat fragen mich wie es uns denn damit geht… Naja was soll ich sagen. Nein, es ist nicht einfach. Und Nein, es ist nicht immer alles ok zwischen uns. Wie schwierig eine Fernbeziehung auf Zeit dieser Art sein kann – aber auch was wir draus schöpfen können – habe ich ja schon versucht möglichst ehrlich zu beschreiben (#33 – Fernbeziehung auf Zeit / Schwierig ist kein Ausdruck).

Wie ich in diesem Beitrag auch beschreibe, kann ich nur erahnen wie es dir tatsächlich damit geht. Um mich zu unterstützen und es mir leicht zu machen hast du wochenlang behauptet es geht dir gut. Bis irgendwann herauskommt, dass es das nicht tut. Wie auch?! Selbstverständlich ist es für denjenigen einfacher, der auf Reisen ist. Der abgelenkt ist. Neues sieht und erlebt. Als für jenen, der im Alltag zurückbleibt. Der Alltag in dem alles gleich ist, aber eines fehlt: der Partner. Und dann wirst du auch noch täglich daran erinnert, dass ich nicht da bin. Und obwohl ich das nicht bin, bin ich Thema Nummer eins. Du wirst gefragt wie es dir damit geht (Na wie soll es dir schon gehen?!?!). Wie es mir geht (Sollen sie mich doch fragen…). Und Menschen, die weder eine Ahnung vom Alleinreisen noch von Indien haben reden dir eigenartige Dinge ein (was mich by the way unglaublich wütend macht…).

Wie auch immer – ich kann mir vorstellen, dass es dir NATÜRLICH nicht gut geht damit. Und insofern kann ich es nicht fassen, dass du immer noch an meiner Seite bist!

Ich bewundere dich für jeden Tag, den du das ganze mitmachst. Wo es für dich zu Beginn nicht vorstellbar war einen Monat getrennt zu sein. Du hörst dir meine Beschwerden und Leiden auf allerhöchstem Niveau an, während ich in Goa am Strand und du in Wien in der Arbeit sitzt. Du wiegst mit mir meine Optionen ab, wenn ich mal wieder zu viele Entscheidungen zu treffen habe. Du tröstest mich, wenn ich mal wieder nicht weiß warum ich eigentlich weine. Du hältst aus, dass es lange Zeit keine körperliche Nähe gibt. Du hältst es aus, wenn ich mich mit anderen Travellern oder Einheimischen austausche und viele Menschen kennenlerne. Du hältst die Sorgen aus, wenn ich mir selbst das Motorrollerfahren auf Indiens Straßen beibringe und schon einmal den Asphalt geküsst habe. Du akzeptierst meine Entscheidung mich mit Indiens als so schlimm und gefährlich verschrienen öffentlichen Verkehrsmittel fortzubewegen. Du bist ok damit, wenn ich mich überlege doch eine Woche länger weg zu bleiben. Du fieberst mit in spannenden Situationen. Du bist neugierig was ich erlebe. Du freust dich für mich, auch wenn dich der Neid frisst. Du würdest mich sogar unterstützen die beiden Baby-Katzen von gestern Abend irgendwie nach Österreich zu schaffen. Und noch so unendlich Vieles mehr… Für mich unglaublich und unvorstellbar wie du das machst. Tag für Tag.

Wie auch in den Beiträgen an alle Freunde und Leserinnen und Leser und in dem Beitrag an meine Eltern – ich habe keine Worte und ich weiß nicht wie ich meine Dankbarkeit dafür ausdrücken soll. Ich hoffe der Beitrag ist ein Schritt in diese Richtung und kann es dir zeigen.

Daher…

DANKE, mein Schatz.

Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Elfi Beierl (@elfibeierl auf Instagram) für das lustige Fotoshootings und die tollen Bilder!

2 Kommentare zu „#41 – Zeit für ein Dankeschön… an meinen Freund oder: Auch Liebe ist unplanbar

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