#36 – Volunteering: Wie funktioniert das eigentlich? / Ein kurzer Einblick in die Plattform workaway.info

Der oder die eine oder andere unter euch fragt sich vielleicht wie das mit dem Volunteering eigentlich funktioniert. Ich bin absoluter Newbie und habe gerade meine erste Erfahrung hinter mich gebracht – trotz allem möchte ich euch nicht vorenthalten wie es dazu kam und allen Interessierten einen Einblick in die Plattform workaway.info geben. Vielleicht kommt ja die oder der eine andere von euch auf den Geschmack. 😉

Vermutlich gibt es hunderte und tausende von Möglichkeiten an einen Volunteering-Platz zu kommen. Es gibt viele Organisationen, die von vorbereitenden Workshops über den Flug, den Arbeitsplatz bis hin zu nachbereitenden Runden alles anbietet. Das mag viele Vorteile bringen – beispielsweise die Vorbereitungen, die von anderen gemacht werden, die Begleitung rund um die Uhr, ein gewisses Maß an Sicherheit an einem guten Platz zu landen, etc. Allerdings kostet es meist auch ziemlich viel Geld.

Mir war wichtig es auf eigene Faust zu versuchen. Einerseits wegen des Kostenfaktors. Aber andererseits auch, weil ich es möglichst authentisch erleben und nicht in einem Touristenprogramm landen wollte. Ein Studienkollege hat mir daher vor Jahren workaway.info empfohlen, wo ich nun tatsächlich registriert bin. Es ist eine Plattform, auf der sich „Hosts“ (Kindergärten, Schulen, Unterkünfte, private Familien, NGOs, etc. – also quasi „Arbeitgeber“) und Workawayer (du und ich – also quasi „Arbeitssuchende“) vernetzen und finden können. Die Mitgliedschaft kostet für Workawayer ca. EUR 20 im Jahr.

Das eigene Profil

Ich als Workawayer kann mein Profil selbst gestalten und angeben welche beruflichen Erfahrungen ich habe, welche Interessen und Fähigkeiten ich mitbringe, für welche Art von Arbeit ich offen bin, welche Sprachen ich spreche, wann ich wohin reise und verfügbar bin und was ich sonst noch über mich erzählen möchte. Fotos können ebenfalls hochgeladen werden.

Beispielhaft habe ich euch Screenshots meines aktuellen Profils gemacht. Einmal im Bearbeitungs- und einmal im Anzeigemodus. Wenn schon denn schon… 😉

Bearbeitungsmodus

Anzeigemodus

Das Profil eines Hosts

Bei den Hosts sieht das ganz ähnlich aus. Sie beschreiben in ihrem Profil bspw. sich selbst bzw. ihr „Unternehmen“, die Aufgabengebiete der Workawayer, die Art der Unterkunft und Verpflegung, die zur Verfügung gestellt werden, Verfügbarkeiten, Lage, etc. und können ebenfalls Fotos hochladen.

Die Aufgaben sind schier unendlich und reichen von Arbeiten auf dem Feld über Kinderbetreuung, Hilfe in Schulen und Kindergärten, Malarbeiten, Unterstützung in Unterkünften mit Gästen, im Service oder Roomservice,… Es ist mit Sicherheit für jede und jeden etwas dabei!

Auf der Suche…

Über die „Hostlist“ kann ich mich auf die Suche nach einem passenden Arbeitsplatz machen und nach Kontinent/Land und mit Hilfe von Stichworten suchen.

Für mich persönlich (wir wissen inzwischen wie entscheidungsfreudig ich bin – nämlich gar nicht…) ist es der blanke Horror einen Host auszuwählen. Ich checke als erstes mal, ob der Host überhaupt verfügbar ist und irgendwo gelegen wo es mir gerade passt (möglichst nicht am anderen Ende von Indien). Dann schaue ich mir das Profil genauer an und achte darauf welche Arbeit zu tun ist, wie die Texte geschrieben sind, ob es Fotos gibt und wie es dort aussieht, welche Art von Unterkunft es ist usw.

Ich lese auch gerne die Kommentare und das Feedback anderer Workawayer – obwohl das meiner Meinung nach wenig aussagekräftig ist. Menschen, Erwartungen, Empfindungen sind einfach VIEL zu verschieden… Dem einen gefällt das eine, dem anderen das andere. Der eine fühlt sich wohl, der andere möchte sofort wieder heim Abgesehen davon habe ich bei einem Host eine wirklich schlechte Bewertung gelesen – und eine Woche später war sie weg. Ansonsten konnte ich bisher ausschließlich gute Bewertungen finden. Vielleicht schreibt aber auch niemand schlechte…?! Ich persönlich tu mir da nämlich auch gerade ein bisschen schwer muss ich sagen…

Die meisten Hosts bieten Unterkunft und Verpflegung gegen Arbeitsleistung, die meist 5 Stunden pro Tag und 5 Tage pro Woche sind. Ein ziemlich guter Deal würde ich sagen…

Die persönliche Hostlist

Die Hosts, die mich im ersten Blick ansprechen speichere ich in meiner persönlichen Hostlist, damit ich sie „bei der Hand habe“. Es ist auch möglich zusätzlich selbst erstellte Kategorien zu vergeben und die Hosts diesen Kategorien zuzuordnen, um sie dann leichter sortieren zu können (in meinem Fall siehe rechte Seite am Screenshot bspw. Südindien für jetzt; Sansibar und Südafrika für eeeventuell das zweite Halbjahr). Habe ich erst relativ spät gecheckt, aber dann als unglaublich hilfreich empfunden.

Anschließend gehe ich wieder und wieder meine Shortlist durch und kürze sie eventuell. Schlussendlich lasse ich das Bauchgefühl entscheiden, schreibe einen oder zwei an und hoffe auf das Beste. 🙂

Und dann?

Also wenn man sich dann mit sich selbst geeinigt hat, schreibt man einen Host an und gibt ein Verfügbarkeitsdatum an. Die meisten Hosts antworten meiner Erfahrung nach recht rasch und allerspätestens, wenn man das erste Mal urgiert. 😉

Durch ein recht unkompliziertes Zusammenschreiben (außer in Fällen mit Lebenslauf usw. wo es eventuell doch etwas komplexer wird…) vereinbart man einen Starttermin und die Dauer (wobei ich glaube, dass da viele Hosts flexibel sind…) und dann kann’s auch schon losgehen. 🙂 Kein Vertrag. Keine Formalitäten – zumindest soweit ich es bisher erlebt habe…

Selten aber doch möchten Hosts auch einen Lebenslauf haben (wurde bei einer Schule von mir verlangt) oder einen Strafregisterauzug (bei einer anderen Institution, bei der ich mit Kindern gearbeitet hätte). Das ist aber denke ich eher die Ausnahme.

Was noch?

Außer dem eigenen Profil, den Hosts und der Nachrichtenfunktion gibt es natürlich auch noch andere Workawayer. Man hat die Möglichkeit nach welchen in der Nähe zu suchen, sich mit ihnen zu vernetzen und vielleicht sogar einen Travel-Buddy zu finden – wenn man das möchte… Ich persönlich habe davon noch keinen Gebrauch gemacht, kann mir aber vorstellen dass das echt nett ist, wenn einem das Alleinsein zu langweilig ist.

Es wird auch eine Chatfunktion mit Workaway angeboten – im Falle von Fragen. Habe diese aber noch nie genutzt…

Was ich allerdings schon nutze und sehr praktisch ist, ist die dazugehörige App am Handy – für alle die keinen Laptop dabei haben, sehr empfehlenswert!

Und du?

Meine persönliche erste Workaway-Erfahrung war ein Ayurvedic Resort in Kerala, wo ich an der Rezeption gearbeitet habe. Was als absolutes Drama begonnen hat und ich sofort überlegt habe wie ich da wieder wegkomme, wurde zu tollen drei Wochen im Grünen und am Strand zwischen herzlichen Menschen, viel neuer Erfahrung und Entspannung. Ihr könnt euch vorstellen: Das ist einen eigenen Blogbeitrag wert, der mit Sicherheit bald folgen wird. 😉

Fazit

Alles in allem ist workaway.info eine wirklich gut und klar aufgebaute Plattform, die einfach zu bedienen ist, unter Travellern durchaus bekannt und rund um die Welt Hosts umfasst.

Wenn jemand Fragen hat oder Erfahrungsaustausch betreiben möchte, andere Plattformen kennt und mir empfehlen kann – jederzeit gerne!

4 Kommentare zu „#36 – Volunteering: Wie funktioniert das eigentlich? / Ein kurzer Einblick in die Plattform workaway.info

  1. Das ist jetzt mal wirklich interessant zu wissen. Auch wenn ich wahrscheinlich ganz sicher nicht mehr Gebrauch davon machen werde… Aber vielleicht kann man ja einmal jemand anderem damit helfen, wer weiß.

    Liebe Grüße, Werner

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    1. Oh – da freue ich mich aber sehr! 🙂

      … Und sag niemals nie. Die Community besteht aus Workawayern jeden Alters, jeder Religion, jeden Kontinents und mit allen möglichen Fähigkeiten. Und ebenso divers sind die Angebote. Vom Ausmalen übers Helfen in der Landwirtschaft, Unterrichten bis hin zum Kinder- und Tiersitten ist alles dabei. 😉

      Gefällt 1 Person

  2. Coole Plattform!
    Und nicht gleich weiter zu reisen war eine sehr gute Idee. !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! (trotz Riesenspinne, Schnecke beim Zähneputzen,…..)

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