#34 – Reisebericht Panjim (Panaji) und Old Goa (Velha Goa)

Bevor ich von Goa hierher nach Kerala aufgebrochen bin, war die ursprüngliche Idee nach Morjim „einen Sprung“ (in dem Fall zwei Tage) in Goas Hauptstadt, Panjim, vorbeizuschauen – zwecks „Wenn ich schonmal da bin, schau ich mir das schnell an.“

Wiedermal (langsam wird’s zur Routine) kam es anders…

Aufgrund des kurzfristig erlassenen Kiteverbotes in Morjim haben wir den Kurs Ende März nach Panjim verlegt. Anschließend haben wir, aufgrund mangelnden Windes beschlossen die Tage nach hinten auszudehnen – wo ich doch ohnehin in Panjim sein würde. Und so wurden dann aus zwei gleich fünf Tage.

Schlaflos in Panjim

In Panjim angekommen latsche ich erstmal mit meinem schweren Gepäck 15 Minuten vom Busbahnhof zur gebuchten Unterkunft: Old Quarter Hostel by thehostelcrowd. (Ich kann euch sagen: Wenn alles so billig ist, wird man echt geizig und will sich nichtmal mehr eine Rikscha leisten. Abgesehen davon, dass ich das Gefühl habe echt mal wieder Bewegung machen zu müssen, um nicht komplett einzurosten.) Vom Hostel bin im ersten Moment total positiv überrascht. Die Rezeption ist zugleich ein supernetter kleiner und moderner Coffeeshop, klimatisiert, WLAN, Steckdosen, sehr nettes Personal, leckerer Eiskaffee, noch leckererer Brownie. Was will man mehr?

Um 14 Uhr bringt mich die Rezeptionistin aka Barista zu meinem Zimmer, das in einem anderen Gebäude 280m (lt. ihren indischen Angaben 50m) entfernt liegt. Der erste Eindruck ist ganz gut. Die erste Nacht ist ein Horror. Mit meiner Ankunft kam auch der Start der Hitzewelle in Panjim an und der Ventilator kann dem nicht besonders viel Abhilfe schaffen… Durch das geöffnete Fenster zwecks Hoffnung auf Frischluft hält mich außerdem der Straßenlärm vorbeifahrender Autos und bellende Hunde wach. Am folgenden Tag bitte ich umzuziehen und wechsle in ein viel kleineres Zimmer ohne Fenster – aber dafür auch ohne Lärm. Außerdem entschädigt der kleine Innenhof direkt davor und das eigene Waschbecken im Zimmer.

In den folgenden Nächten komme ich zu nicht viel mehr Schlaf (meine Augenringe müssen am Ende gigantisch gewesen sein zumal ich ja auch keine Schminke verwende, wie ihr inzwischen wisst). Riesen-Kakerlaken tummeln sich in meinem Zimmer, Moskitos zerstechen meinen Körper, die Hitze ist nicht auszuhalten… Was sonst noch so alles schief läuft zu der Zeit könnt ihr in meinem Beitrag #25 – Das ist wohl nicht deine Woche?! / Von einer der bescheidenen Zeiten dieser Reise nachlesen.

Nachdem aber anscheinend der Kammerjäger vorbeigeschickt wurde und ich mich nach ein paar Tagen einlebe, entscheide ich eben fünf Tage zu bleiben. Aufgrund der Hitze und Müdigkeit bin ich die meiste Zeit im Coffeeshop oder Zimmer, bringe meinen Blog auf Vordermann und kann endlich die neu designte und strukturierte Seite online stellen: #26 – Relaunch oder auch: Welcome to unplanbar 2.0 alias unplanbar.life.happens.

Besser spät als nie fasse ich mir an den letzten Tagen dann doch noch ein Herz und erkunde Panjim und Old Goa.

Old Goa/Velha Goa

Old Goa ist die ehemalige Hauptstadt der portugiesischen Kolonie. Heute ist die Hauptstadt Goas Panjim. Zu sehen gibt es Reste der damaligen Stadt in Form von Ruinen, Museen und viele Kirchen.

Mit dem öffentlichen Bus tuckere ich von Panjim ca. 30 Minuten um 10 Rs nach Old Goa. Ich steige spontan bei der „Basilica Bom Jesus“ aus, was durchaus eine gute Intuition ist und bin beeindruckt von dem großen, tollen Gebäude. … Und überrascht über die Grippe im Innenhof. Ich habe noch nie eine Grippe bei 35 Grad Außentemperatur zwischen Sonnenschein und Palmen gesehen – immer nur im Winter und in Verbindung mit Weihnachten. Und das fühlt sich irgendwie witzig an… 😉 Klingt komisch. Ist aber so.

Gleich gegenüber befindet sich das Archäologische Museum, die Klosterkirche des heiligen Franz von Assisi und die Kathedrale. Letztere darf ich leider nicht betreten, weil ich vergessen habe mir einen Schal für meine Schultern mitzunehmen…

Ich gehe auch zur Anlegestelle der Fähre nach Diwali Island, möchte mir dafür aber einen ganzen Tag nehmen und entscheide mich daher nicht hinüberzufahren. Durch Viceroy’s Arch führt mein Weg weiter.

Durch ein großes Eisentor bahne ich mir den Weg zur Kirche St. Cajetan vorbei am Tor des Palasts von Adil Shah und einen sehr schönen, gepflegten Garten.

Irgendwie ist danach mein Appetit auf Sightseeing gesättigt und ich mache mich langsam auf den Weg zurück zur Busstation, der mich noch am Grandi Circle (gibt es glaube ich mittlerweile in jeder indischen Stadt?! 😉 ) und an der Polizeistation (welche ich euch ob ihres Erscheinungsbildes nicht vorenthalten möchte) vorbeiführt.

Diwali Island habe ich dann leider nicht mehr besucht – über was ich mich tatsächlich ein wenig ärgere. Ich hätte dort gerne eine gebuchte Radtour gemacht. Leider hat sich die Organisation erst Tage später zurückgemeldet… Abgesehen davon, dass meine Motivation aufgrund der bereits angesprochenen Hitze ohnehin begrenzt war.

Panjim/Panaji

Ich nutze noch den Nachmittag, um mich ein wenig in Panjim herumzutreiben.

Ganz besonders gefällt mir Fontainhas, der Teil, in dem auch mein Hostel steht und in dem die portugiesischen Einflüsse nicht zu übersehen sind. Bunte Fenster und Türen, spanisch klingende Straßennamen, Pflanzen vor den Haustüren,…

Ich besuche auch dieOur Lady of the Immaculate Conception Church (ich denke übersetzt heißt es Maria Empfängnis Kirche) anzusehen. Die blau-weißen Farben erinnern mich etwas an Griechenland. Hingehen kann ich leider nicht, da ich die Öffnungszeiten gerade verpasst habe. Auf der Plattform oben genieße ich aber einige Zeit das Lüftchen und den Ausblick.

Zu guter letzt erklimme ich auch noch den Hanuman-Tempel, der nur ein paar Gehminuten von meiner Unterkunft entfernt liegt. Auch dieser ist geschlossen. Die Aussicht ist aber super!

Mein ultimatives Panjim-Highlight hat aber nichts mit Sightseeing und der Stadt an sich zu tun. Es geht um Gastfreundschaft und ganz viel Herzlichkeit, die ich erleben durfte und der ich ganz bald einen eigenen Beitrag widmen werden. … Stay tuned! 🙂

6 Kommentare zu „#34 – Reisebericht Panjim (Panaji) und Old Goa (Velha Goa)

  1. Du hast wunderbare Bilder gemacht. (die schwere Geburt des Fotoapparates hat sich ausgezahlt) Damit können wir Daheimgebliebenen mit dir Reisen und deine Eindrücke ein wenig miterleben. Danke !!!!!

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Anja,

    ich bin auch nach wie vor und mit jedem Beitrag mehr begeistert von deinem Blog.
    So toll, dass wir dich begleiten dürfen!

    Hier erwarten uns kommende Woche heiße 24 Grad. Wahnsinn! Brauch schnell Sandalen für die „Große“. Meine trage ich schon seit heute … Birkenstock forever!

    Großes Bussi aus der Heimat! Belli.

    Gefällt 1 Person

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