#18 – Reisebericht Mysore, ein ungeplanter Abstecher

Mysore zu besuchen ist irgendwie zufällig passiert (falls es Zufälle nun gibt…). Der Plan wäre gewesen nach Hampi in Bangalore zu bleiben. Der ursprüngliche Grund nach Bangalore zu fahren hat sich aber zwei Tage vor Abfahrt in Luft aufgelöst – dazu ein andermal… Wie so oft kam es also wiedermal anders.

Der Nachtbus von Hampi nach Bangalore war schon gebucht und ich hatte Zeit bis ich am 07. März wieder in Goa sein wollte. Angeblich eine sehenswerte Stadt mit guter Verbindung aus Bangalore ist Mysore – also dann dorthin! Direkt nach Ankunft des Nachtbusses in Bangalore nehme ich einen Zug nach Mysore, der mit einer Stunde Verspätung nach vier Stunden ankommt. Ich erfahre, dass auch alternativ die Verbindung per Bus gut ist. Falls diese Strecke mal jemand brauchen kann… 🙂

Dort angekommen suche ich das Hotel Banyan Tree Comfort“, das ich mir auf booking.com rausgesucht habe und lasse mir das Zimmer zeigen, welches ich dann auch für zwei Nächte nehme. Wir einigen uns auf einen Preis von 1.700 Rs (= 21 EUR), den ich auch übers Internet bezahlt hätte. Im Grunde ist es sehr sauber – nur die Bettwäsche lässt zu wünschen übrig. Einmal mehr bin ich froh meinen eigenen Polster und Schlafsack dabei zu haben. Die zentrale Lage des Hotels macht aber alles wett – ich kann das meiste zu Fuß erreichen. Daher Weiterempfehlung: Ja.

Nach einem Waschgang für meine Schmutzwäsche und mich selbst (ihr könnt euch nicht vorstellen wie herrlich das sein kann…!) geht’s los ans Sightseeing:

Mysore Palace
Gegen einen Eintritt von 50 Rs (0,63 EUR) hat man die Möglichkeit die Anlage von außen (Garten/Vorplatz, Tempel, etc.) und den Palast von innen zu sehen. Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten, das ich bisher in Indien gesehen habe. Am meisten beeindruckt mich die Audienzhalle. Kaum vorstellbar, dass hier einmal Audienzen abgehalten wurden und der König hier in der Mitte saß mit Blick auf den riesigen Vorplatz und zum Volk sprach…! Ich mache einen Moment die Augen zu und versuche mich einige Hundert Jahre in die Vergangenheit zu beamen.

Nachdem ich den Palast von innen gesehen habe, entscheide mich auch gegen 180 Rs (2,25 EUR – die Relation ist mir nicht ganz klar, aber tut ja nichts zur Sache…) auch das kleine verstaubte, aber total putzige Museum anzusehen. Leider sind hier keine Fotos erlaubt, aber auch davon bin ich begeistert. Wer gerne alte Originale ansieht (Turban, Kleidung, Fotos, Spielzeug, Einrichtung,…) ist hier richtig! Den etwas verfallenen Eingang habe ich geknipst – siehe unten.

Devaraja Markt
Den Eingang finde ich zwar nicht gleich vor lauter Menschen, aber das kann auch an meinem mangelnden Orientierungssinn liegen. Oder daran, dass es auch auf den normalen Straßen so viel zu sehen gibt und es so wuselt… Als ich dann doch hineinfinde, erinnert er mich etwas an den Naschmarkt in Wien. Nur enger und hektischer. Es gibt jede Menge Blumen, Obst, Gemüse und Räucherstäbchen. Ich wandle bestimmt durch jede Gasse zwei Mal, weil ich die Atmosphäre so mag.

Sri Jayachamarajendra Art Gallery
Leider ist sie geschlossen… Ich darf aber in den Park gehen und von außen ein paar Fotos machen.

Am nächsten Tag geht es weiter:

Chamundi Hill
Der Tempel auf dem Berg kann über ca. 1.000 Stufen erklommen werden. Ich bestelle mir also ein Uber mit dem Plan zum Start der Stufen gebracht zu werden – mit dem Ergebnis oben beim Tempel auszusteigen. Hätte mich wohl besser informieren sollen… Nach der Tempelbesichtung gehe ich zu Fuß hinunter. Die Aussicht habe ich mir spektakulärer vorgestellt. Könnte aber auch daran liegen, dass es trüb und bewölkt ist… Als ich unten ankomme spiele ich doch tatsächlich mit dem Gedanken nochmal raufzugehen. Lasse es dann aber zwecks Zeit und Hitze doch und bin froh darüber. Denn am Ende des Tages sind es trotzdem 21.000 Schritte.

Chamundeshwari Temple
Der Tempel befindet sich oben auf Chamundi Hill. Hineinzugehen kann ich nicht empfehlen. Mir persönlich hat es nichts gegeben, da man nur mit einer Masse an Menschen in einer Schlange durchgeschoben wird, um möglichst schnell wieder draußen zu sein und Platz für die nächsten zu machen.
Eintritt: 100 Rs (ca. 1,25 EUR).

Nandi Statue
Auf dem Weg auf bzw. hinter vom Berg befindet sich die Nandi-Statue. Sie ist so groß, dass man sie nicht übersehen kann. 🙂

Friedhof
Keine Sehenswürdigkeit in diesem Sinne, aber da ich zufällig vorbeikomme, wage ich einen Blick hinein. Die Gräber sind ganz „normal“ mit Grabstein, aber relativ wild durcheinander. Als ich dann doch dazwischen einen Totenkopf entdecke, bekomm ich zum ersten Mal in Indien kalte Füße und mache mich auf den Weg zurück zum Tor…

Mall
Auch keine Sehenswürdigkeit, aber für mich ein Highlight nach fünf Wochen ausschließlich kleiner Shops an der Straße und Märkten. Ich gönne mir bei KFC ein paar Hühnerstreifen und mein erstes Gummizeug nach einer gefühlten Ewigkeit. Bei KFC werde ich gleich in die Küche eingeladen – leider nicht auf’s Essen. 😉

Streetart
Auf dem Fußweg zum nächsten Ziel entdecke ich eine laaaaange Mauer mit jeder Menge Streetart.

Zoo
Wirklich überrascht bin ich schlussendlich auch vom Zoo in Mysore. Alles hervorragend beschildert: Wege, Namen der Tiere, Informationen zu den Tierarten,…. Ein drei Kilometer langer Weg führt an allen Tieren vorbei – keine Chance sich zu verlaufen (hervorragend für mich!). Zu Beginn kann man jede Menge Vögel bewundern, dann auch Tiger, Löwen, Elefanten, Affen, Bären, Giraffen,… Die Anlagen der Tiere sind auch wirklich hübsch und ähnlich groß wie bei uns in Wien/Schönbrunn. Ein Besucht zahlt sich aus – sowohl für klein als auch für groß.
Eintritt: 80 Rs + Kamera 100 Rs = 180 Rs (ca. 2,25 EUR)

Eisenbahn Museum (Rail Museum)
Da ich noch etwas Zeit habe, besuche ich dieses Museum im Freien und bin wiederum begeistert. Es sind diverse Loks und Waggons ausgestellt. Man darf auch hinauf kraxeln und ein bisschen Kind sein. Mit einem alten Zug kann man zwei Runden (ca. 4 Minuten) fahren. Nicht unbedingt notwendig, weil die Runde WIRKLICH klein ist, aber irgendwie witzig…
Eintritt: 80 Rs + 60 Rs die Rundfahrt = 140 Rs (ca. 1,75 EUR)

Was Restaurants betrifft habe ich tatsächlich Pech… Einmal suche ich mir über meine Reiseführer und Tripadvisor ein paar heraus und werde kaum fündig. Die Adressen sind unterschiedlich und ich latsche mir die Füße platt (wäre das „New Shilpashree Restaurant“ gewesen). Das nächste Mal habe ich keinen Hunger, weil ich mir im Einkaufszentrum zu viele Süßigkeiten kaufe und gleich alle verputze (wäre das „Le Olive Garden“ gewesen). Und beim letzten Mal kann ich nichts essen, weil mein Magen und Darm rebellieren und mich auf puren Reis beschränken sollte (wäre das „Depth n Green“ gewesen)… Welches ich allerdings tatsächlich empfehlen kann:

The Old Door

Ca. 30 Min. zu Fuß vom Hotel entfernt, ein Rikscha-Uber kostet 25 Rs (0,32 EUR). Es ist zwar ein italienisches Lokal, aber wenn man mehrere Monate in Indien ist, freut man sich über Abwechslung…  🙂 Das Personal ist total nett, das Service schnell und das Essen lecker.

Inzwischen habe ich auch schon drei Tage in Bangalore verbracht und sitze am Flughafen zurück nach Goa. Die weitere Stunde bis zum Flug nutze ich den Bangalore-Bericht zu tippen…

5 Kommentare zu „#18 – Reisebericht Mysore, ein ungeplanter Abstecher

  1. Ich bin fasziniert von Deinen Berichten. Ich erlebe es mit Dir. Kannst Du noch schlafen bei der Menge an Eindrücken und Erlebnissen? Genieße das Leben! Du hast es verdient.

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  2. Liebe Anja,

    auch ich bin nach wie vor total begeistert von deinen Beiträgen …

    … und deinen Outfits! Davon hast du vermutlich einiges vor Ort gekauft?!
    Wüsste ich nicht, dass du mit einem Rucksack reist, hätte ich dich freundlich gebeten, zukünftig bitte alles doppelt zu kaufen. 😉

    Das mit dem Essen ist ein Pech. Aber wird schon noch kommen!

    Schick dir ein Bussi. Hier total angenehme Frühlingstemperaturen. Herrlich!

    Gefällt 1 Person

    1. Huhu Belli!
      Die bunten Hosen habe ich tatsächlich hier gekauft – Material fragwürdig nach ein paar Mal tragen, aber das darf bei 3€/Stk. so sein. 😉 Am Ende der Reise kann ich ja sehen was ich hierlasse und ob dann so ein Stück für dich in den Rucksack passt. 😉

      Geniess die Frühlingstemperaturen und fühl dich gedrückt

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