#17 – Karin goes North oder auch: eine Gruppenreise durch Nordindien (Gastbeitrag Karin)

Da mein Name immer wieder in Anjas Blog Beiträgen fällt, fragt sich vielleicht der ein oder andere Leser wo eigentlich ich abgeblieben bin.

Noch von Graz aus habe ich vor einer gefühlten Ewigkeit eine 14-tägige Gruppenreise gebucht, die mich von Delhi nach Kathmandu in Nepal führen wird. Ich muss gestehen, gegen Trips in der Horde verspüre ist seit jeher eine instinktive Abneigung. Mit dieser Art von Reisen verbinde ich asiatische Menschen die wie ferngesteuert einer bunten Wimpel (austauschbar gegen einen Regenschirm) folgen… und natürlich den allseits beliebten Verkauf von Heizdecken.

Berechtigt fragt man sich: warum also sitzt sie dann gerade in einem Bus nach Jaipur – gemeinsam mit 14 anderen Touristen.

Tja, Zufall würde ich sagen … ok ok … es gibt ja keine…
Ich habe sämtliche Flüge über ein Reisebüro in Graz gebucht (kann ich sehr empfehlen wenn man nicht nur von A nach B und retour fliegt by the way). Als ich auf meine Beratung warte entdecke ich am Tisch einen Flyer für einen Indien Info Abend. Zuerst lege ich diesen gleich mal wieder zur Seite. Wie uncool, brauch ich nicht. Doch dann denke ich mir für ein paar Tipps und Inspirationen kann es ja eigentlich nicht schaden da mal hinzutraben.

Gesagt – getan. Der Vortrag wird von einem Inder gehalten, der eine der Touren in Indien selbst durchführt. Er präsentiert einige Trips in Nordindien. Hmm… stand eigentlich nicht auf meinem geistigen Plan. Ich hatte ursprünglich die Absicht als frisch gebackene Yoga Lehrerin weiter in den Süden nach Kerala zu reisen. Der Bericht des Inders hat mir den Norden jedoch dermaßen schmackhaft gemacht, dass meine Pläne ins Wanken geraten (#unplanbar).

Auf den besagten Infoabend folgen einige Tage des Zweifels und der Unsicherheit. Ich weiß also: ich will den Norden sehen – das „echte“ Indien. Als ich meinem Umfeld von meiner neu geborenen Idee berichte, ernte ich skeptische Blicke. Allein, als Frau, in den Norden…?! Und unabhängig von der Sicherheit sei doch alles einfach nur mühsam… Somit gebe ich dem Thema Gruppenreise eine Chance und lese mich noch tiefer in die Tour ein und erkenne doch einige Vorteile. Die Gruppe ist mit 15 Personen überschaubar, es scheint viel Freizeit für individuelle Erkundungen eingeplant und die Touren werden ausschließlich von Locals geführt (teilweise wurden ehemalige Strassenkinder zu Guides ausgebildet).

Die Unentschlossenheit schreitet weiter voran als ich damit beginne Indien-erfahrene Menschen nach ihrer Meinung zu fragen (Anja versteht das bestimmt :)). 5 Menschen, 10 Meiningen zu meinem Dilemma. Und irgendwann reicht es mir und ich buche das Ding einfach, Haken drunter, ich bin fein damit.

Zumindest war ich das bis ungefähr die Mitte unserer Yoga Ausbildung erreicht war. Ich verspüre zunehmenden Lager Koller, wünsche mir einfach nur Zeit für mich, einen einzigen Tag ohne Stundenplan und Vorgaben von anderen Menschen.
Die Skepsis gegenüber der gebuchten und natürlich bereits bezahlten Gruppenreise erreicht am gestrigen Starttag (02. März) ungeahnte Ausmaße. Am liebsten würde ich stornieren und alleine weiter ziehen. Da ich aber natürlich tip top rational denken kann, ist dies keine gangbare Option. Also setze ich mich ins Taxi und lasse mich zum Hotel chauffieren. Totale Enttäuschung macht sich in mir breit… das Hotel ist… wunderschön… vergleichbar mit einer 4 Sterne Unterkunft in Europa. Ja, ihr habt richtig gelesen, ich sagte Enttäuschung. Ich will ja schließlich das “echte” Indien. Ich will es laut, ich will es dreckig. 🙂

Beim Einchecken erfahre ich dass meine Zimmer-Kollegin bereits da ist. Habe ich noch nicht erwähnt, dass ich mir in den nächsten beiden Wochen auch noch das Zimmer mit jemandem teilen werde? Und wie es das Schicksal (dieses Luder) so will ist genau heute mein Magen (nennen wir es) verstimmt. Aber auch meine Zimmerpartnerin hat ihre Probleme: etwas kränklich, Jetlag, Gepäck nicht angekommen. Der erste Eindruck ist aber sehr gut, wir werden bestimmt miteinander auskommen.

Nach einer kurzen Nacht (Danke an dieser Stelle lieber Magen) in der ich meine Sorgen mit Anja und lieben Menschen in der Heimat teile, sitze ich nun seit ein paar Stunden im Bus.

Es hat seine Vorteile wenn man sich um nichts kümmern muss. Man hat Zeit zum entspannen, nachdenken, schlafen, schreiben… Nach wie vor bin ich ein wenig skeptisch was die Sache hier angeht, aber die Sonne scheint (gestern Regen und Kälte) und so ist auch meine Stimmung wieder heiterer. Ich versuche mir zu sagen: alles hat seinen Sinn, alles wird gut, ich bin hier weil ich hier sein soll… usw. Einatmen. Ausatmen. Im Hier und Jetzt leben. Nichts bereuen. Nichts planen.
Ja, klingt alles so einfach, oder? Ich werde gern am Ende der Tour mein Resümee mit euch teilen.

Das Gute ist, nach meiner Ankunft in Kathmandu habe ich noch weitere 6 Wochen vor mir, die völlig ungeplant sind. Schon merkwürdig, das was mir vor ein paar Monaten am meisten Angst gemacht hat (nämlich keinen Plan zu haben) ist genau das worauf ich mich jetzt am meisten freue. Ich denke spätestens an dieser Stelle ist klar, weshalb Anja und ich uns so gut verstehen. 😉

Aber nun zu euch:
Wie sind eure Erfahrungen mit Gruppenreisen?? Ich bin gespannt!


Liebe Grüße und bis bald
Karin

3 Kommentare zu „#17 – Karin goes North oder auch: eine Gruppenreise durch Nordindien (Gastbeitrag Karin)

  1. Liebe Karin!
    Wir haben 2017 unsere erste Gruppenreise nach Thailand gemacht. Ich hatte auch ein unsicheres Gefühl , weil ich nicht wußte , ob es mir gefällt , mit so vielen Leuten ( wir waren 25) zu reisen und immer dem bestimmten Schirm hinterher zu laufen. Aber , Überraschung, es war insgesammt ein sehr positives Erlebniss, daß wir noch im gleichen Jahr eine zweite Gruppenreise ( nach Costa Rica) buchten. Die Teilnehmer haben sich gut verstanden und wir hatten auch immer Spaß. Das Angenehme ist, so wie du schreibst, man muß sich um nichts kümmern und bekommt alle wichtigen Informationen. Das spart auch Zeit , wenn die Reisezeit begrenzt ist. Nachteil: man muß sich an den Zeitplan halten , was besonders in der Früh ( Wecker läutete um 6:00 oder 6:30) für Langschläfer schwierig ist.
    Ich denke , daß du die richtige Entscheidung getroffen hast, nachdem du ja anschließen noch ausreichend Zeit hast für dich alleine zu sein und spontan reisen kannst.
    Ich wünsche dir eine wunderbare Zeit und viele spannende Tage ! Und daß sich dein Magen ruhig verhält.
    Liebe Grüße , Ingrid ( Mama von Anja)

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  2. Hallo Karin:)
    Wir sind voriges Jahr das erste mal in einer Gruppenreise mitgefahren. Wir kannten alle Leute und waren auch ein wenig unsicher, wie wird das wohl sein?
    Wir waren in Rumänien und ich würd es gerne wieder machen. Man bekommt so viele Eindrücke und Wissen über ein Land, dass hätten wir sonst nicht gesehen. Also es war einfach toll:)
    Karin ich wünsche dir noch eine wunderschöne Zeit:)
    ganz liebe Grüße
    Erika (Mama von Stefan)

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Karin, etwas verspätet mein Kommentar. Ich denke über Gruppenreisen wie Ingrid (meine Frau). Der Vorteil bei Gruppe ist, Du kannst Deine Erlebnisse sofort teilen. Das verstärkt die Erinnerung.
    Noch schöne Tage und liebe Grüße, Felix (Papa von Anja)

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