#16 – Reisebericht Hampi oder auch: Gesegnet von einer Elefantendame

„Hampi sollte man unbedingt gesehen haben!“, habe ich mir mehrmals sagen lassen. Da Karin von Beginn an vorhatte nach der Yogalehrerausbildung dorthin zu fahren, wir uns so gut verstehen und ich keine weiteren Pläne habe, beschließe ich: Ich fahre mit.

Die Unterkunft bucht Karin bereits vorab über booking.com. Das Lotus Riya liegt auf der „Hampi-Seite“ und etwas außerhalb –ist davon abgesehen aber eine super Wahl. Offenbar ist es ein Familienbetrieb und vor allem der (noch durchaus sehr junge) Hausherr ist in all unseren Belangen sehr herzlich und hilfsbereit. Er empfiehlt uns Sehenswürdigkeiten, organisiert Rikschas und holt uns vom Eingang ab, wenn wir spät abends zurückkommen. Seine Frau kümmert sich unter anderem um die leckere Küche. Wir fühlen uns sehr wohl und Willkommen! Leider gibt es kein warmes Wasser – das ist aber auch schon das einzige, das wir bemängeln. Und die Freundlichkeit, Herzlichkeit und Idylle machen das wieder wett. Wer auf der „Hampi-Seite“ wohnen möchte, dem können wir die Unterkunft wärmstens empfehlen! Eine Rikscha ins Zentrum kostet 100 Rs. In der Nacht retour haben wir 150 Rs. bezahlt.

Würden wir wieder nach Hampi kommen, würden wir allerdings auf der anderen Seite des Flusses wohnen wollen. Auf „Hippie Island“. Aber dazu später..

Erst zu unserem Programm:
Wir haben nicht ganz drei volle Tage zur Verfügung.

Den ersten Tag verbringen wir auf der Tempel-Seite. Man hat die Möglichkeit alles zu Fuß abzugrasen (wie das möglich ist – keine Ahnung… Die Entfernungen kommen uns wirklich lang vor und es hat 37 Grad!), per Fahrrad (ich weise nochmals auf die hohen Temperaturen hin… 37 Grad im Schatten) oder per Rikscha. Wie man sich unschwer vorstellen kann: Unsere Wahl fällt auf die Rikscha (wir bezahlen 1.000 Rs für den ganzen Tag). Und im Nachhinein betrachtet war es die richtige. Unserer Fahrer bringt uns von einer Tempelstätte zur nächsten und kann uns auch hier und da etwas erzählen. Am Ende des Tages haben wir alles Wichtige gesehen und sind total erledigt. Gar nicht auszudenken wie wir uns fühlen würden, wenn wir das abgestrampelt hätten… Und ich frage mich, ob ich von Staub und Steinen träumen werde…

Unsere treue Rikscha an Tag 1

An unserem ersten Tag sehen wir:

Virupaksha Temple: Wenn ich mich richtig erinnere war der Eintritt inkl. Kamera 75 Rs. Im Tempel kann man unzählige Affen beobachten. Das Highlight ist allerdings Lakshmi, ein Elefant. Gegen ein wenig Geld (wir haben uns an die Einheimischen gehalten und 10 Rs gegeben) segnet sie die Besucherinnen und Besucher.

Wasserfälle: Unser Rikscha-Fahrer zeigt uns den Weg– zum Glück. Ohne ihn hätten wir definitv nicht durch die Steinwüste gefunden… Es hätte auch ein Einheimischer am „Start“ angeboten uns gegen ein wenig Geld zu begleiten. Falls man per Scooter ohne Guide unterwegs ist, ist es sinnvoll dieses Angebot anzunehmen. Es handelt sich allerdings um Mini-Wasserfälle – also keine falschen Erwartungen haben. Faszinierend sind die vom Wasser geformten Steine.

Fotocredit: Karin Rautner

Südlicher Teil der Tempelstadt: Gegen 600 Rs (für Einheimische 40 Rs – zur allgemeinen Erheiterung…) können die Ruinen der königlichen Bauwerke besichtigt werden. Meine ganz persönliche Meinung: Sehr viele Steine, sehr viel Staub, sehr lange Wege. War einiges Spannendes dabei, aber am Ende des Tages hatte ich dann auch genug und war froh, alles an einem Tag abgeklappert zu haben. Verwundert hat mich, dass es bei vielen Ruinen offenbar keinen Versuch gibt sie wieder herzustellen. Alte Säulen, Mauern, Steintafeln liegen wahllos herum und es sieht etwas verlassen aus…

Matanga Hill: Zumindest vermuten wir, dass wir dort waren… 😉 Lt. Reiseführer soll der Sonnenaufgang dort wundervoll sein. Wir waren zum Sonnenuntergang dort und waren ebenso begeistert! Daher: Absolut empfehlenswert!

Am zweiten Tag nehmen wir ein Boot (50 Rs. pro Person) auf die andere Seite des Flusses. Es gibt keinen Fahrplan – wenn genug Leute da sind, fährt es los. Die Fahrt dauert ca. 2 Minuten. Während der Wartezeit kann man die Einheimischen bei ihrer Körper- oder Kleiderwäsche beobachten. Drüben angekommen entscheiden wir uns einen Scooter zu leihen (ganzer Tag 200 Rs + 2 Liter Sprit um 200 Rs) und diese Seite auf eigene Faust zu erkunden. Und auch diesmal sind wir davon überzeugt die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Die Sehenswürdigkeiten sind zwar nicht ideal angeschrieben, aber mit Hilfe der Einheimischen, Google Maps und ausreichend Sprit (zwei Liter – muss bei Verleihung angegeben und eingefüllt werden…) sehen wir alles, das wir sehen wollen.

Großer und kleiner See: Hier kann auch gebadet werden – sieht sehr sauber aus! Also sicherheitshalber Badekleidung und Handtuch dabei haben…

Fahrt in einem Boot (alias Nussschale) auf dem großen See: Nett, um ein wenig zur Ruhe zu kommen; wir haben für 30 Minuten 200 Rs pro Person bezahlt

Wasserfälle: nur im Vorbeifahren, daher weder Erfahrungsbericht noch Fotos

Hanuman-Tempel: Affentempel, ca. 600 Stufen bis nach oben (es hat immer noch 37 Grad… schwitz!), der Ausblick lohnt sich DEFINITIV. Falls man nicht um 17:30 Uhr das letzte Boot retour erwischen muss, muss der Sonnenuntergang hier traumhaft sein…

Am dritten Tag nutzen wir nochmals das Boot und dürfen während der Wartezeit bei Lakshmi morgendlicher Elefantenwäsche zusehen.

Auf der anderen Seite leihen wir wieder einen Scooter und fahren nach Anegundi (laut Reiseführer sehr nett) und probieren uns an unseren Kameras. Es ist ein süßer, kleiner Ort mit vielen privaten Häuschen… Etwas besonders Sehenswertes gibt es allerdings nicht.

Es verschlägt uns dann noch zu einem weiteren Tempel (Name leider unbekannt…), der auf der rechten Seite liegt, wenn man der Straße weiter folgt. Wenn man die Anlage bis zum Ende geht, führt ein Weg durch eine Art Garten, bei einem Ganesha-Tempel vorbei über viele, viele Felsen (Pfeile sind angezeichnet) zu einem „Snake Point“ – wiederum ein Tempel. Da wir hier absteigen und unsere Schuhe ausziehen müssten verzichten wir darauf und kehren um… Ist aus meiner Sicht also kein Muss. Den restlichen Tag verbringen wir in einem chilligen Lokal inmitten der Wildnis.

… Was mich zu meinen Lokalerfahrungen/-tipps bringt:

Mango Tree (Hampi-Seite): Hier essen wir am ersten Abend. Sehr lecker und super nette Athmosphäre! Die indische Speise ist ziemlich scharf… Mango-Lassi ein absolutes Muss! Der beste, den wir in Indien bisher hatten!!!
Interesting Fact: Es wurden alle Restaurants etc. entlang des Flusses/am Bazaar niedergemäht, einfach abgerissen. Da war auch das Mango Tree dabei. Inzwischen ist es im Ort wieder aufgebaut. Fotos vom Restaurant mit Flussblick sind daher nicht gefaked, aber leider veraltet…

Ravi’s Rose Rooftop Restaurant (Hampi-Seite): Die Dachterrasse ist eine nette Idee – die Atmosphäre trotzdem nur halb so nett wie im Mango Tree. Auch das Essen zwar ok, aber nur halb so lecker.

German Bakery (Hippie Island, direkt an der Ecke auf dem Weg zur Lokal-Meile nach der Bootsanlegestelle, exakter Name leider nicht auffindbar – weder in Google Maps noch sonstwo…): Leckere Zimtschnecken und Ähnliches! Auch unser Healthy Breakfast (Müsli, Früchte, Joghurt, Honig, Fruchtsaft) schmeckt sensationell!

Leider nur Essens-Fotos und keine von den Lokalen gemacht… 😦

Top Secret Café, Coffee House (Hippie Island, Nähe German Bakery): Sehr nett zu Sitzen, da im Freien und nicht überdacht. Wir frühstücken Müsli mit Früchten und Joghurt und Omlett – beides lecker. Müsste ich mich entscheiden, würde ich allerdings die German Bakery wählen…

Jungle Tree (Hippie Island): Inmitten der Wildnis; hat seit ca. 1,5 Jahren geöffnet und auch ein paar Gästezimmer. Wir hatten hier nur Shakes, nichts zu Essen. Sieht aber sehr lecker aus… Die Besitzer sind supernett und spielen mit uns eine Runde UNO, lernen uns trommeln und einen Kartentrick.

Fazit
Hampi ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Mir persönlich hat ein Tag Tempel-Schauen gereicht und ich empfehle mehr Zeit für Hippie-Island einzuplanen und die einmalige Landschaft dort per Scooter zu erkunden und genießen.

4 Kommentare zu „#16 – Reisebericht Hampi oder auch: Gesegnet von einer Elefantendame

  1. So unglaublich tolle Bilder !
    Ihr habt ja in der kurzen Zeit mega viel Interessantes gesehen und erlebt.
    Ich habe jetzt Lust auf Reisen.
    … und ich bin erstaunt wie spontan und selbstverständlich du alles angehst…..
    Super meine „Reisesocke“

    Gefällt mir

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