#12 – My first yoga teaching practice

„Ich hoffe das ist wie Autofahren. Da glaubt man auch zu Beginn, dass man sich nie im Leben auf so viele Dinge zugleich konzentrieren kann. Und irgendwann läuft’s einfach…“

So oder so ähnlich meine Gedanken seit Beginn der Ausbildung zur Vorstellung einmal Yoga zu unterrichten.

… Und langsam aber sicher habe ich das Gefühl es ist tatsächlich so.

Konnte ich mir letzte Woche noch nicht vorstellen auch nur einen einzigen Namen einer Yoga-Pose in Sanskrit zu kennen, habe ich gestern doch tatsächlich meine erste 20-minütige Yogaeinheit mit drei Schülerinnen abgehalten. Tschakka!

Den Großteil des Sonntags (Sunday is Funday trifft in diesem Fall eher nicht zu…) habe ich dafür aufgewendet meine Mitschriften (teilweise kaum identifizierbar) abzutippen und mich auf meine erste „Teaching Practice“ vorzubereiten: Was bedeutet Om? Wie funktioniert Kapalaa-Bhati (Atemtechnik) richtig und wie leite ich es an? Wie heißen die Asanas (Posen) auf Sanskrit? Wie kommt man korrekt in die Pose (inklusive richtiger Atmung)? Was muss man in der Pose alles beachten (Rücken gerade, Beine strecken, Blickrichtung, Fußrichtung, ….)? Wie bessert man aus bzw. unterstützt zur richten Ausführung? Wie kommt man korrekt wieder aus der Pose heraus? … Alles auf Englisch versteht sich.

Geplant wäre ich Montag dran gewesen, aber dem Himmel sei Dank wurde meine „Performance“ auf Dienstag verlegt und ich konnte mich in der Self Study-Einheit noch vorbereiten (diesmal auf’s Powernapping verzichtet…). Mit einer Mischung aus Freude und Aufregung ging’s dann um 17:15 Uhr los. Mein ohnehin ausgeprägter Leistungsdruck wurde erhöht, da von meinen drei Schülerinnen zwei aus den USA waren und ich immer an meinem Englisch zweifle. Da wir aber alle sehr wertschätzend miteinander umgehen versuche ich relaaaaxed zu bleiben.

Ich eröffne meine Einheit mit einem Mantra (dreimal Om) und einer kurzen Erklärung dazu, dann erkläre und begleite ich Kapalaa-Bhati als Pranayama (Atemtechnik) und anschließend zeige und leite ich drei Asanas (Posen) an. (Ihr merkt vielleicht schon… Es gibt ein paar Fremdworte zu kennen…) Die Yogalehrer gehen durch und beobachten. Die Schüler lassen sich zwangsbeglücken, lauschen, machen fleissig mit und lassen sich ausbessern und tiefer in die Dehnung bringen. Zu meiner Überraschung liege ich am Ende gut in der Zeit (18 Minuten) und habe kaum etwas vergessen. Die Schülerinnen sind auch sehr zufrieden mit mir als Yogalehrerin und loben auch mein Englisch. Jipiiii! … Ich darf einen der seltenen Momente in meinem Leben vermerken, in dem ich Stolz verspüre. 🙂 Jegliche Schmerzen, Verzweiflung, Frust und Müdigkeit machen sich in diesen Minuten sooo bezahlt!

Gerade die erste Einheit abgeschlossen, wartet schon die nächste Herausforderung auf mich: morgen muss ich eine 30-minütige Einheit lehren – mit sechs Asanas (statt der drei beim letzten Mal)! Ich bin supernervös, aber freue mich schon riesig! Die Chance auf den nächsten Stolz-Moment diese Woche ist gegeben…

Auf dieser Tafel finden wir morgens täglich einen neuen Spruch.
Dieser ist einer meiner liebsten bisher.

„Vergiss die Idee JEMAND zu werden, denn du bist bereits ein Meisterwerk. Du kannst nicht verbessert werden. Du musst nur draufkommen es zu wissen. Es zu realisieren“.

Mit meinem ständigen Leistungsdruck bin ich davon überzeugt, dass wir uns immer ein wenig verbessern können, wenn wir das wirklich wollen. Und zugleich finde ich die Idee davon abzulassen „jemand bestimmtes“ werden zu wollen und uns so anzunehmen und zu sehen wie einmalig und toll wir bereits sind wunderschön.

5 Kommentare zu „#12 – My first yoga teaching practice

  1. Neben schmunzeln und lachen (Beitrag #11) gibt es noch einen dritten Gesichtsausdruck (Beitrag #12): purer Stolz und sogar Tränen der Rührung.

    Du bist so ehrlich, so lustig, so toll – ich bewundere dich wahnsinnig! Das hab ich schon in den letzten Jahren immer getan, aber besonders jetzt. Dass du das alles durchziehst – mit so einer enormen Selbstdisziplin und einer Kraft, die unglaublich ist.

    Du bist eine echte Löwin! Gibt es dazu vielleicht auch eine Pose?

    Schick dir ein ganz großes Bussi und umarme dich!

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank für die lieben Worte! ♥️ Von einer Löwinnenpose hab ich noch nichts gehört, aber ich erkundige mich mal. 😅 … Und sonst erfinde ich es einfach. 😬

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