#11 – YTTC – Week 01 completed

Heute ist schon Dienstag der zweiten Woche der Yogalehrerausbildung (YTTC = Yogateacher Training Course) in Goa. Die Zeit verfliegt sag ich euch. … Allerdings auch nur jene, die ich nicht habe um meine Gedanken niederzuschreiben. Wenn ich in einer Yogaklasse in der Fisch-Pose (fragt nicht weiter…) auf meiner Matte liege und zugleich versuche zu atmen und zu entspannen („Breathe in. Breath out. Relaaaaax!“) scheinen fünf Atemzüge schier unendlich zu sein.

Mit jedem Tag der letzten Woche wurden die Yogaklassen gefühlt länger, obwohl sie alle 90 Minuten dauerten. Und in jeder Theorie-Stunde wurden meine Augenlieder schwerer. Bei der Meditation bin ich sogar im Sitzen eingeschlafen. Stellt euch das vor! Gerissen hat es mich, als ich leicht nach vorne oder zur Seite gekippt bin. (Ich war aber offensichtlich nicht die einzige… Was für ein Glück.) Meine Self Study-Einheiten habe ich meist dazu genutzt einen Powernap zu machen. Mit jedem Tag wurden meine Beine schwerer und meine Knie und Hüften schmerzen immer mehr vom ständigen Am-Boden-Sitzen (Frühstück, Mittag- und Abendessen, Theoriestunden, Yogaklassen, Meditation,…). Immer mehr Informationen prasselten auf mich ein und es fiel mir wirklich schwer alles zu verarbeiten. In den Pausen flogen alle möglichen Fachbegriffe und Sanskrit-Wörter durch meinen Kopf, zwischen Ausrufen unserer Lehrer wie „more down“, „inhale – exhale“, „relaaaax“. Ich wage zu behaupten, dass ich noch nie in meinem Leben in so kurzer Zeit mit so vielen neuen Wörtern konfrontiert war, außer vielleicht als Kleinkind…

Kurzum: Nach der ersten Woche fühlte ich mich wie ein Wrack. (Und war am Samstag so aggressiv, dass ich mich fragte wie zur Hölle ich jemals auch nur daran denken konnte die 300 Stunden-Ausbildung noch dranzuhängen… 😉 )

Ich war also ein Wrack….
Ihr könnt aber beruhigt sein: Auch Zufriedenheit und Stolz ließen sich zwischendurch blicken. 🙂 Die Lernfortschritte, die wir hier machen sind enorm! Theoretisch, aber auch praktisch. (Jeder Millimeter näher zum Boden zählt! Ebenso wie jeder Begriff in Sanskrit, den wir uns merken und richtig zuordnen können.) Das Essen ist zwar eher einseitig, aber superlecker (Dal vom Feinsten! Und wenn es Humus oder Kartoffelpüree gibt flippen alle aus.). Ich trage kaum Schuhe und grundsätzlich nur Sportkleidung oder supergemütliche Hosen (werde ich jemals zu engen Jeans zurückkehren können?). Ich schminke mich nicht und ob meine Haare frisch gewaschen sind oder in alle Richtungen stehen ist mir eigentlich egal (wie entspannend!). Die Gespräche mit so vielen verschiedenen Menschen aus der ganzen Welt sind unglaublich bereichernd (Japan, USA, Australien, Botswana, Deutschland, Ungarn, Italien, Schweiz, Frankreich, Holland,…) und immerhin haben wir den Ausblick zum Strand und auf die Palmen (wenn wir schon nicht dort liegen können), hören Meeresrauschen, wenn wir aufwachen und sehen die Sonne aufgehen, wenn wir unser Mantra auf der Dachterrasse lernen oder genießen den Sonnenuntergang am Strand.

Damit ihr euch vorstellen könnt, wie unsere Woche ausgesehen hat und mein Gejammer etwas nachvollziehen könnt, hier der Stundenplan:

… Und ein kleines Lexikon dazu:

Alignment/Adjustment: Nachbesprechung der Asanas (Posen) – lernen wie sie korrekt ausgeführt werden und man die Yogis (und sich selbst) ausbessern und sie unterstützen kann
Art of Teaching: Die Kunst des Lehrens – was ist als Yogalehrerer zu beachten und wie ist zu unterrichten
Ashtanga: eine Yoga-Art; eher flott und fließend
Hatha: am nächsten zum ganz ursprünglichen Yoga; ruhiger und langsamer als Ashtanga, man bleibt länger in einer Position
Herbal Tea / Kiya: Morgentee und Nasenspülung (siehe Blogbeitrag #09)
Hip Opening: ausschließlich Übungen zur Hüftöffnung (Lustig, aber nicht lustig… Ihr könnt euch nicht vorstellen wie geschlossen sich eine Hüfte anfühlen kann…)
Karma Yoga: Gutes tun (bspw. am Strand Müll sammeln gehen, Yogamatten waschen, sich Gedanken zu bestimmten Themen machen und darüber schreiben,…)
Mantra: Beten/Singen (das wohl bekannteste Mantra, kennt ihr auch bestimmt: OM)
Meditation: Aktiv (bspw. Tanzen) oder im Sitzen
Posture clinic: wurde in Alignment umfunktioniert, daher keine Erfahrung…
Pranayama: Atemtechniken
Self Study: Lernzeit (oder in meinem Fall: Powernap)
Sunset: Sonnenuntergang und Freizeit
Teaching Practice: Gegenseitiges Unterrichten
Yin Yoga: eine sehr ruhige, passive Yogaart, bei der man lange in einer Pose (meist im Sitzen oder Liegen) bleibt
Yoga Nidra: Entspannungstechnik (siehe Blogbeitrag #10)

Am Samstag waren Karin und ich dann am Saturday Night-Market in Arpora und den Sonntag (Funday laut Stundenplan – haha… Not!) habe ich mit Wäsche waschen (ich hoffe ihr wisst eure Waschmaschine zu schätzen!!!) und lernen verbracht. Eine Stunde war noch für den Strand übrig, dann stampfen wir schon in Richtung neue Woche.

Ebenso sportlich wie in der ersten Woche gestaltet sich unser neuer Stundenplan. Neu im Programm sind Ayurved (nicht Ayurveda!!!) und Anatomie. Obwohl es wieder megaviele neue Infos sind, bin ich irrsinnig neugierig und kann es nicht erwarten mehr und mehr zu Lernen und auch meine ersten beiden richtigen Unterrichtseinheiten abzuhalten! … Ich werde euch berichten.

In diesem Sinne: mit neuer Energie und positive vibes durch die nächste Woche!  OOOOOMMMMMM….


5 Kommentare zu „#11 – YTTC – Week 01 completed

  1. Liebe Anja – bin schon richtig gespannt – wenn du wieder zurück bist – auf deine Live Berichte …. Freu mich auf deinen nächsten Blog-Teil. GLG – viel Spaß und eine schöne Woche!!!

    Gefällt 1 Person

  2. Dein Aufenthalt in Indien ist eine Berg-
    und Talfahrt. Es ist toll , wie du das alles bewältigst mein Mädchen.
    Wie konnte ich nur dafür sein , die 300 Stunden Ausbildung noch anzuhängen????????🙄🤔 Sorry, vergiß es gleich wieder.
    Mach , was dir gut tut und ich freu mich immer auf deine spannenden Berichte.
    Ich denk an DICH !!!!! Deine Mama

    Gefällt 1 Person

    1. Ich war ja auch total begeistert anfangs und du hast die Begeisterung geteilt. ♥️ Vielleicht will ich nächste Woche eh wieder, nachdem mir das Teachen so viel Spass macht.. 😂🤷🏻‍♀️

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  3. Liebe Anja,

    du schaffst es in deinen Beiträgen immer und immer wieder, mich sehr zum schmunzeln und auch zum lachen zu bringen.
    Und wenn man dich gut kennt – so wie ich meinen möchte, dass ich es tue – kann man sich dich beim „self practice“ so rrriiiichtig gut vorstellen. 😆
    Und auch beim Wäsche waschen. Und ja – meiner Waschmaschine und auch meinem Geschirrspüler danke ich jeden Tag persönlich, wenn ich sie anwerfe.

    Ich leg dir in Gedanken heilende Hände auf. Mögen die Schmerzen bald weggehen und du nur mehr Leichtigkeit verspüren.

    Großes Bussi aus der Ferne!
    Hier sind am Wochenende 13 Grad angesagt. Na mal schauen …

    Gefällt 1 Person

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