#08 – Yoga Nidra: Schlafen bei vollem Bewusstsein… oder für’s Erste: totale Entspannung

Gleich vorweg: Ihr findet in diesem Artikel keine empirisch fundierten Informationen zu Yoga Nidra, ich gebe lediglich weiter, was ich vor ein paar Stunden gelernt und mir gemerkt habe. Ich möchte euch damit einen Eindruck geben was ich hier alles so erlebe und wie vielseitig Yoga eigentlich ist. Wenn jemand aber näher interessiert ist – ich bekomme noch einen Buchtipp von meiner Yogalehrerin, den ich gerne weitergebe. 🙂

Heute stand also zum ersten Mal „Yoga Nidra“ auf dem Stundenplan. Damit wir in etwa wissen was auf uns zukommt, befragen wir an unserem freien Tag noch Dr. Google. Es scheint sich um eine Entspannungstechnik zu handeln – wir sind gespannt.

Diese Einheit kommt mir grundsätzlich sehr gelegen. Es ist erst der zweite Tag mit richtig straffem Programm der Yogalehrerausbildung in Goa und ich kann bestätigen: es ist fordernd. Unser Morgen startet um 06:30 Uhr mit Nasenspülen (dazu komme ich noch ein andermal) und Morning Tea. Heute gefolgt von Pranayama (Atmung), die ganz essenziell für Yoga ist. Und danach einer 90 Minuten-Einheit Ashtanga Yoga. Was soll ich sagen… Super anstrengend. Super heiß. Ich merke wieviel Kraft und wieviel Dehnbarkeit mir fehlt. Ich spüre mich. Das soll aber ja auch so sein. Und zum Glück bin ich damit nicht alleine.

Nach einer Teepause treffen wir uns wieder im Yoga Shala, legen unsere Matten auf und darauf eine Meditationsmatte und einen Bolster, den wir unter unsere Knie platzieren. Die Yogalehrerin gibt uns eine kurze Einführung zum dem was wir gleich machen werden, da niemand von uns Erfahrung mit Yoga Nidra hat. Sie erklärt: Nidra bedeutet Schlaf. Und Yoga Nidra ist eine Technik, bei der Tiefenentspannung im wachen Zustand erreicht werden soll. Denn wenn wir schlafen, sind wir auch nicht immer in der Tiefenentspannung – daher wachen wir manchmal morgens auf und sind total KO. 30 Minuten Yoga Nidra sollen/können also so wirken wie zwei Stunden Schlaf. Es soll eine Art Trennung von Körper und Geist erreicht werden. Der Körper muss total entspannt sein, damit sich auch der Geist entspannen kann. Quasi eine andere Ebene des Bewusstseins. Es kann – vor allem zu Beginn – natürlich passieren, dass wir wirklich einschlafen. Sie wird uns aber nicht wecken, außer wir schnarchen. 😉 Um diese andere Ebene zu erreichen braucht es viel, viel Praxis. Auch sie hat sie noch nicht erreicht. Dennoch ist Yoga Nidra eine tolle Entspannungstechnik. … Und dann legen wir los.

Wir liegen am Rücken, der Bolster unter den Knien, einige sind zugedeckt (ich natürlich auch, denn wir wissen: mir ist quasi immer kalt) und schließen die Augen. Wenn noch etwas unbequem ist, dürfen wir es jetzt noch ändern. Danach dürfen wir uns nicht mehr bewegen, außer es ist unbedingt notwendig und gar nicht zu vermeiden. Mit eintöniger Stimme spricht die Yogalehrerin zu uns: Spüre wie dein Körper auf dem Boden aufliegt. Atme ruhig und gleichmäßig. Dann lenke deine Aufmerksamkeit zu deinem rechten Fuß. Spüre deinen rechten Fuß. Spüre deinen rechten Fuß. Spüre deinen rechten Fuß. Dein rechter Fuß entspannt sich. Dein rechter Fuß entspannt sich. Dein rechter Fuß entspannt sich. Dein rechter Fuß ist entspannt. Spüre deinen rechten Unterschenkel. Spüre deinen rechten Unterschenkel. Spüre deinen rechten Unterschenkel. Dein rechter Unterschenkel entspannt sich. Und so weiter und sofort auch mit dem Knie, Oberschenkel, der Hüfte und dann mit der linken Seite. Auch mit dem rechten, dann linken Arm. … Das nächste, das ich höre ist: „Yoga Nidra is completed.“ Offensichtlich bin ich eingeschlafen. Ups… Nachdem die Einheit vorbei ist, sollen wir solange liegen bleiben wie es für uns notwendig und angenehm ist. Da ich heute versuchen möchte mehr zu trinken, jagt mich meine Blase auf und ich renne zu meiner Hütte. Nach der Erleichterung habe ich Gelegenheit das gerade Erlebte sickern zu lassen und bin total begeistert. Wann war ich das letzte Mal so entspannt?! Nämlich so richtig?

Okay… Zugegebenermaßen – ab und an schweifen die Gedanken während der Einheit dann doch wieder ab. Auch wenn ich gerade nicht daran denken muss was ich einkaufen muss (ich werde hier ja bestens versorgt) oder was ich heute Abend anziehe (ich habe ohnehin nur drei Hosen zur Verfügung und Schlabberlook ist Schlabberlook), überlege ich wann ich den nächsten Blogbeitrag schreiben kann und ob ich meinem Freund zum Geburtstag nun das eine oder doch das andere schenken werde. Kaum abgedriftet, erinnere ich mich selbst und die Stimme der Yogalehrerin daran meine Aufmerksamkeit auf das jeweilige Körperteil zu lenken. In gewisser Weise fühlt es sich tatsächlich so an, als ob mein Körper da am Boden liegt und mein Geist zu wandern beginnt. Ob Wunsch, Einbildung oder Wirklichkeit. Ich genieße es. Entspannung pur.

Draußen haben wir nochmal die Möglichkeit Fragen zu stellen und ich möchte wissen, ob wir auch lernen werden Yoga Nidra zu unterrichten. Sie sagt sie kann uns ein paar Tipps geben und eine Buchempfehlung. Üben werden wir es leider nicht können – dazu ist zu wenig Zeit. Ich nehme mir also vor mich ein wenig einzulesen und freue mich auf die nächste Einheit übermorgen, in der ich hoffentlich dann die ganzen 50 Minuten wach bleibe und erfahre was nach dem linken Arm noch entspannt werden soll…

6 Kommentare zu „#08 – Yoga Nidra: Schlafen bei vollem Bewusstsein… oder für’s Erste: totale Entspannung

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