#01 – How come

Einen Reiseblog für private Zwecke zu machen kann ja wohl nicht so schwierig sein. Hübsche Fotos posten. Nette Texte schreiben. Freunde und Bekannte mit meinen Erlebnissen versorgen. Dachte ich. Und dann brauchte ich einen Namen für das Ding. Ein langwieriges Unterfangen. Und die erste Hürde.

Nach ewigem Hin und Her hat sich mein Bauchgefühl für „unplanbar“ entschieden. Aber warum eigentlich?

Wer mich kennt weiß, dass ich es liebe zu planen. Ich bin organisiert und strukturiert. So gut wie immer und überall. Das kann hilfreich sein. Aber auch anstrengend. Mein Kalender ist mein ständiger Begleiter und so quasi von Montag bis Sonntag, 24/7, 365 Tage im Jahr befüllt. Da wird alles eingetragen. Treffen mit Freunden. Besorgungen. Sport. Anfahrtszeiten. Ausschlafen. Kochen. Einkaufen. Gerade, dass ich mir keine Klopausen eintrage. Eine freie Stunde im Kalender ist eine freie zu viel. Und wenn etwas anders läuft, als im Kalender geplant. Puh. Da kann ich schon mal unrund werden.

Und so wie ich jeden Tag und jede Woche plane, so plane ich auch den Rest meines Lebens. Das hat die letzten fünf Jahre mehr oder weniger gut funktioniert. Neben dem Vollzeit-Job und dem berufsbegleitendem Studium blieben ja nicht viele Stunden übrig, die verplant werden mussten. Oder konnten. Als Langzeit-Single musste ich auch auf keinen Partner Rücksicht nehmen. Das war so zwar das Einzige ungeplante, aber doch ganz praktisch.

Nachdem das Bachlor-Studium dem Ende zuging war ich regelrecht planlos was ich mit der vielen unverplanten Zeit anstellen sollte. Zeit für mich selbst haben konnte ich mir dann doch nicht vorstellen… Also habe ich das Masterstudium zur Sicherheit noch drangehängt. Auch wenn ich mir das nicht gerne eingestehe: Langsam aber sicher neigte sich die Energie meiner Batterien dem Ende. Und weil ich keine Freundin von halben Sachen bin, habe ich mit meinem Arbeitgeber für 2019 ein Jahr Sabbatical vereinbart. Studium abgeschlossen. Noch immer kein Partner in Sicht. Keine Verpflichtungen. Von 100 auf 0. Ab nach Afrika. Ein guter Plan.

Nach der Genehmigung 2017 hab ich schon begonnen eine Einpackliste für meine Reise zu schreiben. Man will sich ja vorbereiten. 365 Tage durchgehend auf Reisen. Start in Afrika. Vielleicht schon vor Weihnachten 2018? Naja spätestens vor Silvester. Und bis dahin: Im Sommer das Studium abschließen. Das restliche Jahr verlorene Zeit mit Familie und Freunden aufholen. Und dabei weiterhin Single bleiben. Auf ein Jahr mehr oder weniger kommt’s jetzt auch nicht mehr an. Und wenn sich bis jetzt nicht der Richtige in mein Leben verirrt hat – dann wäre so kurz vor einer Langzeitreise definitiv nicht der günstigste Zeitpunkt.

Drei Mal dürft ihr raten…
Mittlerweile ist es Jänner 2019.
Ich bin noch immer in Wien.
Ich werde nicht 365 Tage durchgehend unterwegs sein.
Und ich werde nicht zu Beginn nach Afrika reisen.
Am 20.01. geht’s mal für ein paar Monate los nach Indien.
Ich bin glücklich vergeben und mega verliebt.
Er ist unglaublich was das kommende Jahr betrifft und unterstützt mich wo es nur geht. Daher weiß ich: Es war vielleicht nicht der günstigste Zeitpunkt, aber offenbar der absolut richtige. Das Leben ist eben unplanbar.

Ein Kommentar zu „#01 – How come

  1. Liebe Anja! Gratuliere – du hast ein tolles Foto für deinen Blog gewählt. Freu mich schon sehr drauf – deine Abenteuer aus der Ferne mitzuerleben und freu mich natürlich sehr auf tolle Fotos! Mögen alle deine Wünsche und Vorstellungen in Erfüllung gehen! Bis bald! ALLES GUTE

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